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Finanzlexikon

Leerverkauf

Ein Leerverkauf, auch als Blankoverkauf (engl.: short sale) bekannt, ist ein Verkauf von Wertpapieren, Devisen oder Gütern. Die Wertpapiere sind zum Zeitpunkt des Verkaufs jedoch nicht im Besitz des Händlers. Es gibt zwei Arten von Leerverkäufen – Kassageschäfte und Termingeschäfte. Bei einem Kassageschäft muss der Verkäufer das verkaufte Gut oder das Wertpapier innerhalb einer vorgegebenen Frist liefern. Je nachdem, was verkauft wurde, handelt es sich bei Kassageschäften um kurze Zeitspannen. Bei Wertpapierverkäufen sind es meist rund drei Geschäftstage. Termingeschäfte sind eine weitere Art der Leerverkäufe. Hierfür muss das verkaufte Produkt jedoch erst zu einem zukünftigen Zeitpunkt geliefert werden, der mehr als drei Geschäftstage in der Zukunft liegt. Des Weiteren können Termingeschäfte glattgestellt werden. Das bedeutet, dass eine Transaktion neutralisiert werden kann. Dadurch können Risiken minimiert werden. Der Grund von Leerverkäufen besteht darin, dass der Verkäufer darauf spekuliert, dass der Kurs der verkauften Produkte sinkt. Wenn der Kurs zum Zeitpunkt des Verkaufs unter dem Verkaufspreis liegt, hat der Verkäufer einen Gewinn erzielt, da er einen geringeren Preis als beim Verkauf für das Produkt bezahlen muss. Falls der Kaufpreis jedoch steigt, macht der Verkäufer Verluste.

Leitzins

Der Leitzins ist ein Zinssatz, der von einer Zentralbank festgelegt wird. Je nach Geldpolitik der Zentralbank fällt der Leitzins höher oder niedriger aus. Kreditinstitute können sich zum Preis des Leitzinses Geld bei der Zentralbank leihen. Mit dem Leitzins können die Zentralbank somit die Kosten, die anfallen, damit Geld geliehen werden kann, steuern. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ist der EZB-Rat für eine Veränderung des Leitzinssatzes verantwortlich. Je nach Höhe des Leitzinses fallen auch die Kosten für Kredite höher oder niedriger aus. Falls es für die Bank möglich ist, zu einem niedrigen Zinssatz Geld bei der EZB zu leihen, kann sie auch billige Kredite an ihre Kunden weitergeben. Dadurch wächst wiederum die Zahl der Kreditnehmer, weil der Preis für das Ausleihen von Geld geringer ist. Während eines Niedrigzinsniveaus, wie es derzeit der Fall ist, sinkt dadurch jedoch auch die Rendite für Anleger. Durch die steigende Nachfrage steigt die Produktion, wodurch wiederum mehr Arbeitsplätze entstehen. Daher zielt eine Niedrigzinspolitik meist darauf ab, das Geld in der Wirtschaft durch Konsum in Schwung zu halten und das Wirtschaftswachstum zu fördern. Der Leitzins soll für Preisstabilität sorgen. Die Preise steigen, sobald die Nachfrage das Angebot übersteigt, was zur Inflation führt. Falls die Löhne der Arbeitnehmer jedoch nicht gleichzeitig steigen, sinkt der Konsum, da die Produkte zu teuer sind. Um einen Abwärtstrend der Wirtschaft zu verhindern, kann die Zentralbank den Leitzinssatz erhöhen. Dadurch sinken die Investitionen, wodurch auch die Nachfrage geringer wird, wodurch die Preise sinken. Des Weiteren haben höhere Höhere Leitzinsen haben hingegen zur Folge, dass der Preis des Geldes steigt. Für Anleger bedeutet das wiederum eine höhere Rendite.

Liquidität

Liquidität ist die Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und Verbindlichkeiten bezahlen zu können. Eine Person oder ein Unternehmen ist liquid, wenn offene Zahlungen beglichen werden können. Dabei kann es sich um Gehälter, Mieten oder offene Rechnungen handeln. Bei mangelnder Liquidität ist man verschuldet und zahlungsunfähig. Das kann letztendlich zu einer Insolvenz führen. Zu hohe Liquidität führt hingegen dazu, dass Geld gehortet und nicht investiert wird. Das führt zu Einbußen bei Rendite, da auf Zinsen verzichtet wird. Daher ist es wichtig, ein Mittelmaß an Risiko und Sicherheit zu wählen und dabei zu achten, liquide zu blieben. Bei zu hohem Risiko droht der Verlust von Kapital, was zur Zahlungsunfähigkeit führen kann. Bei zu geringem Risiko und dem Horten von Vermögen verringert sich der Wert durch Inflation. Dadurch geht automatisch ein Teil des Geldes verloren. Zu geringe Liquidität ist neben einer mangelnden Eigenkapitalquote die häufigste Ursache von Unternehmensinsolvenzen. Das ist oft bei ungenügender Liquiditätsplanung der Fall. Dadurch verlieren Unternehmen aufgrund von ausstehenden Zahlungen an Bonität, was die zukünftige Liquidität weiter gefährdet und letztendlich zur Zahlungsunfähigkeit führt.

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