Investmentfonds

Wiki-Wissen zu Investmentfonds aus dem Bereich Geldanlage

Ein Investmentfonds ist ein Sondervermögen, welches von einer Kapitalanlagegesellschaft verwaltet wird. Dabei werden teilweise unterschiedliche Geldanlagen wie Aktien, Anleihen und Immobilien gebündelt und Anleger erhalten durch ihre Investition einen Anteil an diesem gebündelten Sondervermögen. Der Fonds investiert das Geld in die verschiedenen in der Anlagestrategie vorher fest vorgeschriebenen Anlagemöglichkeiten. Die erzielte Rendite fließt nach Abzug eines Unkostenbeitrages dem Anleger zu. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Fonds.

Investmentfonds, die einen zugrundeliegenden Börsenindex widerspiegeln, nennt man Indexfonds. Dadurch können Anleger an den Kursentwicklungen eines Aktienindex, beispielsweise des DAX, teilhaben. Um den Fonds möglichst genau nach dem Börsenindex zu bilden, werden in die gleichwertigen Wertpapiere, die auch im jeweiligen Index enthalten sind, investiert. Alternativ können auch Derivate genutzt werden, um ähnliche Wertentwicklungen zu erzielen. Am sogenannten Tracking Error (TE, Nachbildungsfehler) kann man die Abweichung zwischen des Wertes eines Indexfonds und des Börsenindex ablesen. Je höher der Tracking Error ist, desto ungenaür ist der Indexfonds.

Bei der Investition in einen Indexfonds wird das angelegte Vermögen von einer Investmentgesellschaft verwaltet und gesammelt investiert. Im Vergleich zu Investmentfonds sind die Kosten für Anleger bei Indexfonds wesentlich geringer. Der Grund dafür liegt im passiven Fondsmanagement, was einen niedrigen Verwaltungsaufwand und deutlich niedrigere Managementkosten zur Folge hat.

Arten von Investmentfonds

Indexfonds werden nicht aktiv gemanagt. Die Wertentwicklung ist an einen Aktienindex gekoppelt. Bei aktiv verwalteten Fonds besteht das Ziel der Fondsmanager darin, die Kursentwicklung eines Index zu übertreffen. über einen längeren Zeitraum ist die Wertentwicklung der Aktienindizes stabiler, was meist zu einer besseren Performance von Indexfonds im Vergleich zu aktiv verwalteten Fonds führt. Wenn man für den langfristigen Vermögensaufbau in Fonds zu investieren, so eignen sich daher in den meisten Fällen Indexfonds dafür. Einen der ersten Indexfonds gab es an der New York Stock Exchange (NYSE). Es handelte sich dabei um einen Pensionsfonds, der 1971 herausgegeben wurde. Am deutschen Aktienmarkt wurden Indexfonds im Jahr 1998 legalisiert. Der Großteil der Indexfonds wird als ETFs gehandelt."

Ökofonds bieten Anlegern die Möglichkeit, ihr Geld nach Prinzipien der Ethik und der Ökologie nachhaltig anzulegen. Um Gewinn zu machen, wird daher nicht auf ein beliebiges Finanzprodukt gesetzt. Die Kriterien werden im Vorhinein durch den Anleger genau festgelegt. So gibt es beispielsweise Fonds, die davon absehen, in die Rüstungsindustrie zu investieren oder damit werben, die Umwelt nicht zu verschmutzen. Insbesondere seit der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers investieren mehr Anleger als zuvor in diesen Nischenmarkt. Abgesehen von ökologischen Fonds gibt es auch Kreditinstitute, die nach gewissen ethischen und ökologischen Kriterien agieren.

Garantiefonds sind eine Form von Investmentfonds, die eine Rückzahlung des eingezahlten Anlagebetrages garantieren. Des Weiteren gibt es die Option, nur für einen bestimmten Prozentsatz des Anlagebetrages eine garantierte Auszahlung abzuschließen, um die Rendite der Anlage zu erhöhen. Somit gibt es mehrere Arten von Garantiefonds. Manche verfügen über eine begrenzte Laufzeit. Das bedeutet, dass der Einzahlungsbetrag zumindest am Ende der Laufzeit voll ausgezahlt wird. Bei Garantiefonds ohne festgelegter Laufzeit gibt es bestimmte Stichtage, an denen der Rückzahlungsbetrag garantiert wird. Aufgrund von Kursschwankungen ist es möglich, dass Fonds vor dem Laufzeitende unter den Preis, zu dem sie ausgegeben wurden, fallen.

Der Vorteil von Garantiefonds besteht in der hohen Sicherheit für Investoren. Durch die Verlustbegrenzung wird im Falle fallender Kurse der Wert der Investition trotzdem ausbezahlt.

Der Nachteil ist jedoch, dass durch die hohe Sicherheit die Rendite meist sehr gering ausfällt. Des Weiteren können durch Garantiefonds hohe Kosten entstehen, was die Rendite für Anleger weiter mindert. Das ist insbesondere in Zeiten des Niedrigzinsniveaus der Fall. Eine Mischung aus Aktien und anderen Wertpapieren bringt daher bei einem ähnlichen Risikowert oft einen höheren Ertrag ein.

Hedgefonds verwalten Gruppen von Investmentfonds. Die meisten Hedgefonds zielen darauf ab, im Vergleich zum übrigen Markt hohe Gewinne zu erzielen. Hierfür werden oft hohe Risiken in Kauf genommen. Hedgefonds wenden zur Umsetzung ihrer Anlagestrategien eine Vielfalt an Finanzinstrumenten an. Je nach Anlagestrategie fällt das Risiko und die damit verbundenen Gewinne höher oder niedriger aus.

Wie der Name bereits verrät, dienten Hedgefonds grundsätzlich der Risikoabsicherung. Durch Fremdfinanzierungen zielen Hedgefonds jedoch darauf ab, eine höhere Eigenkapitalrendite zu erreichen. Durch die entstehende Hebelwirkung sind sie jedoch eine risikoreiche Anlageform.

Die Gründung des ersten Hedgefonds erfolgte 1949 durch Alfred Winslow Jones. Er verzeichnete Erfolge durch die Long-Short-Strategie, die zur damaligen Zeit am Aktienmarkt noch kaum angewendet wurde. Winslow schlug den Markt, indem er höhere Rendite als der Dow Jones erzielte. Bis heute entwickeln Hedgefonds immer neü Strategien, um den Markt zu schlagen. Durch die große Zahl an Hedgefonds wurde das in den letzten Jahren jedoch immer schwieriger. Bekannte Hedgefonds umfassen unter anderem Quantum Funds, den Fonds von George Soros, und Bridgewater Associates.

Verwaltet werden Investmentfonds von Fondsgesellschaften, auch bekannt als Investmentgesellschaften oder Kapitalanlagegesellschaften. Sie legen das gesammelte Geld von Investoren in Portfolios, die beispielsweise aus Wertpapieren, Rohstoffen oder Immobilien bestehen, an, und verwalten diese Portfolios. Die Anleger werden dadurch Anteilsinhaber des jeweiligen Fonds. Geschlossene Fonds besitzen ein vorgegebenes Investitionsvolumen, wohingegen Fondsgesellschaften, die ein variables Kapital aufweisen, ihr Investitionsvolumen erweitern können. Falls von einer Fondsgesellschaft, die einen offenen Fonds verwaltet, neü Anteile ausgegeben werden, wächst sie dadurch. Der Wert eines einzelnen Fondsanteils wird berechnet, indem man das Vermögen des Fonds durch die Zahl der Anteile, die ausgegeben wurden, dividiert. Das durch die Fondsgesellschaft verwaltete Vermögen der Investoren gilt als Sondervermögen und muss aus diesem Grund vom Kapital des Unternehmens getrennt werden. Daher wird das in Fonds investierte Kapital in Depots bei einer Depotbank aufbewahrt. Als Depotbank kann jedes Kreditinstitut, das die dafür notwendigen gesetzlichen Auflagen erfüllt, fungieren. In Deutschland stehen Fondsgesellschaften unter der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

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22.03.2020
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