Zahlungsunfähigkeit

Wiki-Wissen zu Zahlungsunfähigkeit

Eine Zahlungsunfähigkeit äußert sich durch das Unvermögen des Schuldners, aus Mangel an Zahlungsmittel, die ausstehende Forderung zu begleichen. Unterschieden werden muss zwischen einer vorübergehenden Illiquidität und einer Insolvenz. Ist der Schuldner dauerhaft nicht in der Lage ausstehende Zahlungen zu begleichen, ist er rechtlich verpflichtet Insolvenz zu beantragen. Über solche Informationen verfügt beispielsweise die größte Auskunftei in Deutschland, die SCHUFA Holding AG. Kreditinstitute können sich hier Informationen über die Bonität von Privatpersonen und Unternehmen einholen und damit das Risiko der Zahlungsunfähigkeit einschätzen.

Eine Cashflow-Insolvenz liegt vor, wenn eine Person oder ein Unternehmen über genügend Vermögenswerte verfügt, um die geschuldeten Beträge zu bezahlen, jedoch nicht über die entsprechende Zahlungsweise. Zum Beispiel kann eine Person ein großes Haus und ein wertvolles Auto besitzen, aber nicht über genügend liquide Mittel verfügen, um eine Schuld bei Fälligkeit zu bezahlen. Cashflow-Insolvenz kann in der Regel durch Verhandlung gelöst werden. Beispielsweise kann der Rechnungssammler warten, bis das Auto verkauft ist und der Schuldner sich bereit erklärt, eine Strafe zu zahlen.

Eine bilanzielle Insolvenz liegt vor, wenn eine Person oder ein Unternehmen nicht über genügend Vermögenswerte verfügt, um alle ihre Schulden zu begleichen. Die Person oder Firma könnte in Konkurs gehen, aber nicht unbedingt. Sobald ein Verlust von allen Parteien akzeptiert wird, können Verhandlungen die Situation häufig ohne Konkurs lösen.

Ein Unternehmen, das bilanziell zahlungsunfähig ist, verfügt möglicherweise noch über genügend Bargeld, um seine nächste Rechnung pünktlich zu bezahlen. Die meisten Gesetze erlauben es dem Unternehmen jedoch nicht, diese Rechnung zu bezahlen, es sei denn, es hilft direkt allen Gläubigern. Zum Beispiel kann es einem insolventen Landwirt gestattet sein, Leute einzustellen, die bei der Ernte helfen, weil es für seine Gläubiger noch schlimmer wäre, die Ernte nicht zu ernten und zu verkaufen.

Es wurde vorgeschlagen, dass der Redner oder Verfasser entweder technische Insolvenz oder tatsächliche Insolvenz sagt, um immer klar zu sein - wobei technische Insolvenz ein Synonym für bilanzielle Insolvenz ist, was bedeutet, dass seine Verbindlichkeiten größer sind als sein Vermögen und die tatsächliche Insolvenz ein Synonym für die erste Definition von Insolvenz ("Insolvenz ist die Unfähigkeit eines Schuldners, seine Schulden zu bezahlen.").

Während technische Insolvenz ein Synonym für Bilanzinsolvenz ist, sind Cashflow-Insolvenz und tatsächliche Insolvenz keine Synonyme. Der Begriff “insolventer Cashflow” weist eine starke (aber möglicherweise nicht absolute) Konnotation auf, dass der Schuldner bilanziell zahlungsfähig ist, während der Begriff "tatsächlich zahlungsunfähig" dies nicht tut.

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06.05.2020
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