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Finanzlexikon

BaFin

Die Abkürzung BaFin steht für Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, deren Sitze sich in Frankfurt am Main und in Bonn befinden. Die Gründung erfolgte am 1. Mai 2002 und der derzeitige Präsident ist Felix Hufeld. Die Hauptaufgabe der BaFin besteht darin, die Funktionalität und Sicherheit des deutschen Finanzmarktes sicherzustellen. Somit ist die BaFin das Hauptaufsichtsorgan des deutschen Finanzsystems. Als Marktaufsicht kontrolliert die BaFin die Banken, Versicherer, Finanzdienstleister und den Wertpapierhandel innerhalb Deutschlands. Abgesehen davon ist das Ziel der BaFin, zur Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Finanzmarktes beizutragen. Seit dem Inkrafttreten des Einheitlichen Europäischen Bankenaufsichtsmechanismus (engl.: Single Supervisory Mechanism, SSM) ist die Europäische Zentralbank für die Aufsicht von signifikanten und systemrelevanten Banken verantwortlich. Dadurch gab die BaFin die Aufsicht einiger Großbanken an die EZB ab. Die Aufgabenbereiche der BaFin lassen sich in vier Gebiete unterteilen: 1. Kontenaufsicht: Dieser Bereich zielt insbesondere darauf ab, Geldwäsche zu bekämpfen. Die BaFin kann zur Geldwäschebekämpfung jederzeit die Kontodaten von Bankkunden abrufen. Weder Kunden noch Banken erfahren im Falle eines Kontenabrufes davon. Kreditinstitute sind per Gesetz dazu verpflichtet, diese Daten offenzulegen. 2. Wertpapieraufsicht: Abgesehen von der Kontenaufsicht prüft die BaFin den Wertpapierhandel auf Basis des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). 3. Bankenaufsicht: Die Grundlage für die Bankenaufsicht durch die BaFin bildet das Kreditwesengesetz (KWG). Ob Banken das Kreditwesengesetz einhalten oder dagegen verstoßen, wird von der BaFin geprüft. Zur Durchführung von Finanzdienstleistungen oder Bankgeschäften benötigen Unternehmen in Deutschland eine Genehmigung der BaFin. Banken müssen zur Durchführung von Geschäften eine Banklizenz der BaFin vorweisen können. Nichteinhaltung des Kreditwesengesetzes kann zu einem Entzug der Banklizenz durch die BaFin führen. 4. Versicherungsaufsicht: Auf Basis des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) überwacht die BaFin neben Banken auch Versicherungsunternehmen. Für die Ausführung von Versicherungsgeschäften benötigen Versicherer ebenfalls eine Genehmigung der BaFin. Zu Versicherern zählen beispielsweise Rückversicherungen, Holdings, Pensions- und Sicherungsfonds.

Bankberater

Durch die anhaltende Niedrigzinsphase greifen immer mehr Anleger zu risikoreichen Investments, um Gewinne zu erzielen. Diese Strategie geht jedoch oft nicht auf. Anleger lassen sich oft durch eine hohe mögliche Rendite von Sicherheitsaspekten ablenken. Die Zinserträge werden aus derzeitiger Sicht wohl noch für einige Jahre niedrig bleiben. Das macht es für Bankberater in zweierlei Hinsicht schwierig. Auf der einen Seite müssen sie Bankkunden, die ihnen vertrauen, geeignete Anlageprodukte empfehlen. Konventionelle Anlagemethoden, wie beispielsweise Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten bieten zwar Sicherheit, bringen jedoch kaum Rendite ein. Umgekehrt locken Aktien mit hohen möglichen Gewinnen, dafür bieten sie kaum Sicherheitsaspekte. Auf der anderen Seite bieten immer mehr Online-Plattformen bessere Konditionen als Banken. Daher müssen sie nebenher noch um ihre eigene Arbeit fürchten. Crowdlending-Plattformen bieten für Anleger den Vorteil, dass sie zu günstigen Konditionen und einem konservativem Risikoprofil Geld in die Kreditprojekte von Darlehensnehmern investieren können. Durch die niedrigeren Personal- und Infrastrukturkosten sinkt das Kostenniveau, wodurch eine höhere Rendite an Anleger weitergereicht werden kann. Um den Bankberater zu ersetzen, werden umfassende Telefonservices angeboten.

Bankenabgabe

Die Bankenabgabe ist eine Abgabe, die Kreditinstitute leisten müssen. Seit dem Jahr 2015 wird sie nach europäischen Vorgaben erhoben. Die Mitgliedstaaten der Eurozone nehmen die Abgabe von den Kreditinstituten ein und liefern sie an den Einheitlichen Abwicklungsfonds (engl.: Single Resolution Fund, SRF), ab. Der Einheitliche Abwicklungsfonds dient zur Finanzierung von Banken innerhalb der Eurozone, falls sie aus dem Gleichgewicht kommen und stabilisiert werden müssen. Der Grund dafür ist, dass sich Banken bei etwaigen Liquiditätsproblemen selbst finanzieren können. Das hat den Vorteil, dass die finanziellen Probleme von Kreditinstituten nicht mehr so stark auf den Steuerzahler zurückfallen, wie das zum Beispiel im Rahmen der Finanzkrise ab 2008 der Fall war. Für die Berechnung der Abgabe ist insbesondere die Größe der Bank relevant. Je nach Höhe der gedeckten Einlagen einer Bank fällt die Bankenabgabe höher oder niedriger aus. Für deutsche Kreditinstitute belief sich die Bankenabgabe im Jahr 2017 auf 1,71 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 1,71 Milliarden Euro.

Barreserve (Liquidität)

Unter Barreserven oder Liquidität versteht man die Kassenbestände von Kreditinstituten. Dazu zählen beispielsweise Bareinlagen auf Sparkonten, aber auch ausländische Zahlungsmittel und Guthaben des jeweiligen Kreditinstitutes bei der Zentralbank. Das ist notwendig, um Sparern und Anlegern ihre Kontobestände auszuzahlen, falls sie Bargeld benötigen. Auch Investmentfonds müssen einen Teil ihres Geldes in schnell liquidierbare Anlageformen investieren. Das schafft die Chance, flexibel und zeitunabhängig auf Anlagemöglichkeiten zu reagieren. Falls Investoren ihre Anlagen bei einem Investmentfonds verkaufen, muss dieser auch in der Lage sein, den Anleger auszuzahlen. Je höher jedoch der Bargeldanteil ist, desto geringer ist der Anteil eines Fonds am Aktienmarkt.

Basispunkt

Die Einheit der Basispunkte wird vor allem im Börsenhandel verwendet. Bei 100 Basispunkten handelt es sich dabei um 1%. 1 Basispunkt entspricht daher 0,01%. Basispunkte haben den Vorteil, dass man Renditedifferenzen sehr genau berechnen kann. Die Verwendung von Prozent und Prozentpunkten hat den Nachteil, dass die beiden Begriffe leicht zu Verwechslungen führen. Steigt ein Zinssatz von 1% beispielsweise um 1%, so ist der neue Wert 1,01%. Steigt er jedoch um einen Prozentpunkt, so steigt er von 1% auf 2%, was einer Änderung von 100% entspricht. In Basispunkten entspricht diese Änderung einem, bzw. 100 Basispunkten. Die Verwechslungsgefahr ist daher geringer.

Basler Ausschuss

Im Jahr 1974 wurde der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht gegründet. Die Gründung erfolgte nach dem Konkurs einiger Banken, unter anderem der Herstatt-Bank, durch die Aufsichtsbehörden und die Zentralbanken der G10-Staaten. Die Hauptaufgabe des Basler Ausschusses besteht darin, an hohen und gleichwertigen Aufsichtsstandards für Banken mitzuwirken. Dafür finden in dreimonatigen Abständen regelmäßige Treffen statt, bei denen neue Richtlinien ausgearbeitet werden. Diese Richtlinien dienen wiederum als Empfehlungen für nationale Aufsichtsbehörden, und sollten daher umgesetzt werden. Obwohl die Richtlinien nicht rechtlich bindend sind, werden sie meist in nationale Gesetze umgesetzt, da sie in Kooperation mit den Banken ausgearbeitet werden. Mittlerweile zählt der Basler Ausschuss 27 Mitgliedsländer. Darunter befinden sich nach wie vor die G10-Staaten, als auch Nationen wie unter anderem Russland, China, Argentinien, Brasilien, Südkorea, Südafrika und Indonesien. Deutschland wird im Basler Ausschuss von Sabine Lautenschläger-Peiter vertreten, die seit 2014 auch Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) ist. Die drei bekanntesten Richtlinien des Basler Ausschusses sind die sogenannten Eigenkapitalvereinbarungen, auch bekannt unter deren Namen Basel I, Basel II und Basel III. Basel I wurde im Jahr 1988 veröffentlicht, Basel II 2004 und Basel III 2010, wobei die Einführung der letzten Richtlinie ab 2013 erfolgte. Diese Eigenkapitalvorschriften dienen in erster Linie dazu, die Eigenkapitalquote von Banken zu erhöhen und dadurch ihr Liquiditätsrisiko zu senken. Das soll unter anderem Konkurse, wie zum Beispiel die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008, verhindern.

Benchmark

Unter einem Benchmark versteht man ein Maß, das als Vergleich für einen aktuellen Wert dient. In der Betriebswirtschaft wird unter Benchmarking eine Art des Managements verstanden, mit der sich Unternehmen vergleichen lassen, und die besten Unternehmen als Referenz herangezogen werden können. Das hat den Vorteil, eigene Unternehmensprozesse zu optimieren und sowohl Betrieb, als auch Vertrieb zu verbessern. Der Ablauf eines Benchmarking-Prozesses beginnt mit der Vorbereitung, die auch die Zielsetzung umfasst. Hier wird definiert, was durch die Prozessoptimierung erreicht werden soll. Danach findet der Vergleich derzeitiger Leistungen mit erwünschten Prozessleistungen statt. Im dritten und vorletzten Schritt werden diese Daten analysiert. Im letzten Schritt werden Verbesserungsmaßnahmen ausgearbeitet und implementiert, um das am Anfang definierte Ziel zu erreichen. Bei der Geldanlage dient ein Benchmark dazu, um Anlageformen untereinander mit einem Referenzwert abzugleichen, oder eine Anlagemethode zu einem gewissen Zeitpunkt mit einem Basiswert zu vergleichen. Das dient dazu, die Entwicklung einer Geldanlage und die Leistung zu messen. Benchmarks werden sowohl im Wertpapier-, im Rohstoff-, als auch im Fondsgeschäft benutzt.

Blue Chip

Als Blue-Chips versteht man Unternehmen mit einem besonders hohen Wert. Der Begriff wird sowohl oft für umsatzstarke Aktien verwendet, die einen hohen Börsenwert aufweisen, als auch für international angesehene Unternehmen mit hoher Bonität. Ursprünglich kommt der Begriff Blue Chip aus dem Pokerspiel, da dort die blauen Jetons am meisten wert waren. Blue Chips zeichnen sich durch ein hohes Handelsvolumen und in der Regel geringen Kursschwankungen aus. Neben dem Bekanntheitsgrad ist ein stabiles Umsatzwachstum meist ein wichtiges Kriterium für den Erfolg von Blue Chips. Des Weiteren sind sie für Anleger besonders attraktiv, da sie regelmäßig Dividenden auszahlen und starke Wachstumsperspektiven aufweisen. Deutsche Blue Chips sind beispielsweise große DAX-Unternehmen, wie untern anderem Siemens, Volkswagen oder Daimler. Die international wertvollsten Unternehmen an der Börse sind beispielsweise Apple, Google und Facebook.

Bonität

Auch unter dem Ausdruck Kreditwürdigkeit bekannt, bezeichnet die Bonität die Möglichkeit, aufgenommene Schulden zurückzuzahlen. Dazu können Personen zählen, die einen Kredit aufgenommen haben, aber auch Kreditinstitute oder Investmentfonds. Potenzielle Darlehensnehmer bekommen nur dann einen Kredit für ihr Projekt, wenn sie über eine ausreichende Bonität verfügen. Dadurch sichert sich der Kreditgeber vor einem erhöhten Risiko von Zahlungsausfällen ab. Bonitätsprüfungen sind daher eine Voraussetzung, um einen Kredit zu erhalten. Die Bonität ist jedoch nicht nur für Kreditvergabekriterien, sondern auch für Investoren und private Anleger von Relevanz. So werden beispielsweise Investitionsmöglichkeiten je nach Bonität mit einem Rating versehen. Das bringt Anlegern den Vorteil, abschätzen zu können, wie hoch das Verlustrisiko bei einer Investition ist. Anlageformen mit einem risikoarmen Rating sind sicherer, bringen jedoch auch weniger Rendite ein als beispielsweise risikoreiche Investitionen. Investitionen mit hohen Risiken versprechen zwar eine hohe Rendite, doch die Ausfallsrisiken sind meist signifikant höher. In die Bonitätsprüfung fließen sowohl die wirtschaftliche, als auch die persönliche Kreditwürdigkeit mit ein. Dabei wird das Zahlungsverhalten und die monetären Verhältnisse des potenziellen Darlehensnehmers überprüft. Für Banken spielt dabei nicht nur die Zahlungsmoral, sondern auch das aktuelle Einkommen und etwaige Sicherheiten, wie beispielsweise ein Haus, eine Wohnung oder ein Auto, eine Rolle. Dementsprechend unterscheiden sich die Kriterien für die Bonitätsprüfungen zwischen unterschiedlichen Anbietern.

Börse

Eine Börse ist ein Handelsplatz, an dem Produkte getauscht werden. Diese Produkte können sowohl Waren, zum Beispiel Rohstoffe und Industriegüter, Devisen, als auch Wertpapiere (Anleihen oder Aktien) umfassen. An Börsen werden Angebot und Nachfrage zusammengeführt. Dadurch richten sich die Preise und die Kurse der gehandelten Produkte ständig nach Angebot und Nachfrage, ohne dass ein Eingreifen notwendig ist. Der Vorteil von Börsen besteht darin, dass der Handel von Gütern zentral an einem bestimmten Ort erfolgen kann. Die gebildeten Preise können dadurch überwacht werden, was zu einer erhöhten Transparenz beiträgt. Durch den zentralen Handel kann außerdem die Effizienz gesteigert werden und die Kosten für Transaktionen gesenkt werden. Der Börsenhandel wird in Deutschland außerdem durch die BaFin und weitere Stellen überwacht. Je nach gehandelten Produkten unterscheiden sich auch die Arten von Börsen untereinander. So gibt es unter anderem Warenbörsen, die dem Handel mit Gütern und Rohstoffen dienen. Sei entstanden an wichtigen Handelsplätzen, sind heute jedoch kaum noch von Bedeutung. Des Weiteren gibt es Wertpapierbörsen, an denen Aktien, Anleihen und andere Arten von Wertpapieren gehandelt werden. In Nürnberg entstand im 16. Jahrhundert eine der ersten Wertpapierbörsen. Die größte deutsche Wertpapierbörse ist die Frankfurter Wertpapierbörse. Davon abgesehen gibt es Terminbörsen, an denen Termingeschäfte abgewickelt werden, und Devisenbörsen, die dem Handel mit Devisen dienen. Die älteste Form des Börsenhandels wird Präsenzbörse genannt. Diese Art des Handels ist auch als Parketthandel bekannt. Börsenmakler treffen sich persönlich und schließen so ihre Geschäfte ab. Mittlerweile gibt es Computerbörsen, wie dem elektronischen Handelsplatz Xetra. Der Handel wird dadurch durch Computersoftware übernommen. Weltweit wichtige Handelsplätze umfassen unter anderem New York, wo die New York Stock Exchange (NYSE), die New York Mercantile Exchange, und die NASDAQ ansässig sind. In Chicago gibt es die Chicago Mercantile Exchange, und in Lodon die London Stock Exchange (LSE) und die London Metal Exchange. Davon abgesehen weisen auch die Börsen in Tokio und Shanghai ein großes Handelsvolumen auf.

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