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Kreditlexikon

Kredit

Mit einem Kredit (lat. credere = glauben) wird die Fremdfinanzierung durch Geld- oder Sachmittel über einen vereinbarten Zeitraum zu vorab festgelegten Konditionen, u.a. in Form von Zinsen als Entschädigung, bezeichnet. In der Regel werden Kredite von Kreditinstituten im Tausch für eine Sicherheit vergeben. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Kredit synonym zum Darlehen verwendet, unterscheidet sich jedoch in rechtlicher Hinsicht von diesem: im Gegensatz zum Darlehen, das sich nur auf die Geldleihe bezieht, fallen unter den Begriff Kredit zusätzliche Kreditarten, wie der Akzeptkredit, der Avalkredit sowie der Diskontkredit. Kredite zeichnen sich u.a. auch durch unterschiedliche Laufzeiten aus. Kurzfristige Kredite laufen weniger als ein Jahr, mittelfristige hingegen zwischen einem und vier Jahren und langfristige Kredite mindestens vier Jahre. Unterschieden wird auch zwischen Personalkrediten und Realkrediten (siehe auch Hypothekenkredit) – während der Personalkredit über die Bonität des Kreditnehmers geprüft und gegebenenfalls als Blankokredit oder gegen eine Sicherheit genehmigt wird, ist der Realkredit durch die Grundpfandrechte (siehe Hypothekenkredit) gesichert. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind das Kreditvolumen, Umfang und Art der Besicherung, Status der Rückzahlung, Kreditgeber/Kreditnehmer, in welcher Form der Kredit bereitgestellt wird sowie der Verwendungszweck. Zudem gibt es die Möglichkeit einen Kredit von mehr als einer Partei zu erhalten – was sich aufgrund der Risikostreuung in niedrigeren Zinsen niederschlägt. Ausführliche Erläuterungen zu weiteren Kreditarten (Organkredite, Objektkredite, Privatkredite, Rahmenkredite, Ratenkredite, Abrufkredite und Dispokredite) sind im jeweiligen Eintrag zu finden.

Kreditgeber

Beim Kreditgeber (Darlehensgeber §§ 491 ff. BGB oder Gläubiger) handelt es sich um eine natürliche oder eine juristische Person, die im Austausch für eine Sicherheit dem Kreditnehmer zu festgelegten Konditionen einen Kredit gewährt. Dadurch entsteht eine Forderung gegenüber dem Schuldner, welche, über eine festgelegte Laufzeit, in der Regel zuzüglich Zinsen, beglichen wird (§ 241 BGB). Der Kreditgeber trägt das Kreditrisiko, da der Gläubiger bei Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers auf seine Sicherheiten angewiesen ist. Um die Ausfallwahrscheinlichkeit einzuschätzen und das Risiko zu minimieren, überprüft der Gläubiger die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers zum Beispiel durch eine Schufa-Abfrage. Der Kreditgeber ist in der Pflicht dem Kreditnehmer die Vertragsbestimmungen, das heißt die einzelnen Vertragspunkte sowie die Folgen, genauestens zu erklären (§ 491a Abs. 3 BGB).

Kreditinstitut

Ein Kreditinstitut ist ein Unternehmen, das Bankgeschäfte in gewerbsmäßigem Umfang betreibt. Im Sprachgebrauch ist der Begriff Bank mit dem Begriff des Kreditinstituts gleichzusetzen. Die rechtliche Definition des Kreditinstituts findet sich in §1 KWG (Kreditwesengesetz) und unterstellt drei Eigenschaften: 1) Das Kreditinstitut ist ein Unternehmen 2) Es betreibt mindestens ein Bankgeschäft im Sinne des KWG 3) Es besteht ein gewisser Umfang der Bankgeschäfte, die es betreibt. Zu den Aufgaben der Kreditinstitute, im weitesten Sinne auch als Bankgeschäfte bezeichnet, fällt die Abwicklung von Zahlungsverkehr, die Entgegennahme von Einlagen, die Vergabe von Krediten und Darlehen sowie die Abwicklung von Wertpapier- und Emissionsgeschäften. Kreditinstitute können anhand ihrer Aufgaben in grobe Kategorien aufgeteilt werden, darunter Zentralbanken, Universalbanken, Spezialbanken sowie sonstige Kreditinstitute.

Kreditnehmer

Ein Kreditnehmer (Darlehensnehmer oder Schuldner) ist eine natürliche oder eine juristische Person, die einen Kredit beantragt und somit in ein Schuldverhältnis (§ 241 BGB) gegenüber dem Kreditgeber eintritt. Spätestens nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit muss der Kreditnehmer dem Kreditgeber den vollständigen Wert der Forderung – meist zuzüglich vereinbarter Zinsen – zurückerstatten. Um einen Kredit zu erhalten muss der Antragsteller volljährig sein und über ein regelmäßiges Einkommen verfügen. In Deutschland haben 7,4 Millionen Menschen einen Kreditantrag gestellt und bewilligt bekommen. 2015 liefen insgesamt 17,5 Millionen Ratenkredite. Kann der Kreditnehmer zusätzliche Sicherheiten bieten, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit der Kreditgewährung. Daten zur Bonität des Kreditnehmers finden sich in seinem Schufa-Eintrag. Dieser hilft dem Kreditgeber die Ausfallwahrscheinlichkeit besser einschätzen zu können. Wichtig für den Kreditnehmer ist der Kreditvertrag. In diesem sind alle vertraglich festgelegten Konditionen geregelt an die sich beide Parteien zu halten haben. Der Kreditvertrag muss dem Kreditnehmer verständlich erläutert werden und dieser muss jeden einzelnen Punkt und seine Folgen verstanden haben. Insbesondere der Zinssatz, die Laufzeit und Tilgungsmodalitäten sowie die Bearbeitungsgebühren sind von wesentlicher Bedeutung. Aus einem vertraglichen oder gesetzlichen Schuldverhältnis trifft den Kreditnehmer die Leistungspflicht (oder Gegenleistungspflicht bei gegenseitigen Verträgen § 433 Abs. 2 BGB). Kreditnehmer stehen in der Bilanz auf der Aktivseite unter Umlaufvermögen als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Kreditprüfung

Verweis Bonitätsprüfung

Kreditwürdigkeit

Verweis Bonität

Kreditzins

Der Kreditzins bezeichnet die Kosten, die Kreditnehmer für die Aufnahme eines Kredits zahlen. Der Kreditzins ist somit das Entgelt, das ein Kreditnehmer an die Bank zahlt, um über das überlassene Kapital zu verfügen. Der Kreditzins leitet sich aus verschiedenen Einflussfaktoren ab: 1) Wirtschaftliches Umfeld. Das Zinsniveau am Kapitalmarkt, die wirtschaftliche Lage als auch die Handlungen der Zentralbanken, die den Leitzins vorgeben, haben extremen Einfluss auf den Kreditzins. 2) Kredittyp. Ein Ratenkredit wird anders behandelt als bspw. eine Baufinanzierung, bei der eine Immobilie als Sicherheit in die Berechnung einfließt. 3) Laufzeit. Kredite mit kurzer Laufzeit unterliegen anderen Berechnungen als Kredite, die über 10 Jahre abgeschlossen werden. Normalerweise werden für Kredite mit langer Laufzeit auch höhere Zinsen verlangt. 4) Risiko. Jeder Kreditnehmer wird vor Ausgabe eines Kredits hinsichtlich seiner Bonität geprüft. Hierunter fließen Einkommensnachweise, persönliche Informationen, aber auch der Schufa-Score. Je höher das Risiko, desto höher ist der Kreditzins. Bei zu hohem Risiko wird letztlich kein Kredit vergeben

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