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Finanzlexikon

Marktkapitalisierung

Unter der Marktkapitalisierung versteht man den Gesamtwert der Anteile eines Unternehmens, das an der Börse notiert ist. Die Marktkapitalisierung wird durch den aktuellen Kurs der Aktie und der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile des Unternehmens errechnet. Die in Eigenbestand befindlichen Anteile des Unternehmens werden bei der Berechnung der Marktkapitalisierung nicht berücksichtigt. Wenn zum Beispiel die Anzahl der Aktien, die sich im Umlauf befinden, 500.000 beträgt, und der Börsenkurs je Aktie 100 Euro, dann ergibt das eine Marktkapitalisierung von 50.000.000 Euro. Die Marktkapitalisierung zeigt die aktuelle Meinung des Marktes zum Wert des Eigenkapitals einer börsennotierten Firma. Sie ergibt sich somit aus dem Angebot und der Nachfrage nach Unternehmensaktien. Ein Faktor, der die Marktkapitalisierung stark beeinflusst, ist daher der Aktienmarkt und die Erwartungen von Investoren. Wenn die aktuelle Leistung des Unternehmens beispielsweise nicht den Erwartungen der Investoren entspricht, kann das mitunter mehr oder weniger starke Kursschwankungen verursachen. Diese Kursschwankungen wirken sich dann auf den Wert des Eigenkapitals des Unternehmens aus. Abgesehen von der Marktkapitalisierung gibt es aber noch andere Faktoren, die zur Bewertung eines Unternehmens herangezogen werden können. Sie werden oft im Rahmen von Transaktionen, beispielsweise beim Kauf oder Verkauf eines Unternehmens, angewendet.

Marktschwankungen

Marktschwankungen beschreiben regelmäßige Auf- und Abschwünge des Marktes, die durch Marktbeobachtungen analysiert werden können. Diese Schwankungen können sowohl jahreszeitlich, als auch alle paar Jahre auftreten. Abhängig davon spricht man von saisonalen Schwankungen oder Konjunkturschwankungen. Saisonschwankungen sind mit dem Wechsel der Jahreszeiten verbunden. In den Wintermonaten gibt es beispielsweise saisonale Arbeiter in Tourismusregionen, was zu einer geringeren Arbeitslosigkeit führen kann. Außerdem können Skiorte durch den Tourismus in der kalten Jahreszeit oft hohe Umsätze verbuchen. In den Sommermonaten ist die Anzahl an Touristen jedoch oft geringer, was zu einem verringerten Wirtschaftswachstum führt. Saisonale Schwankungen treten daher meist nur in gewissen Wirtschaftsbereichen auf, wie zum Beispiel im Tourismus oder der Landwirtschaft. Konjunkturschwankungen sind durch den Konjunkturzyklus sichtbar und beschreiben das Auf- und Ab des gesamten Wirtschaftswachstums. Die im Wirtschaftszyklus auftretenden Aufschwünge, sogenannte Hochkonjunkturen, stehen Abschwüngen, den Rezessionen, gegenüber. Diese Bewegungen beziehen sich, im Gegensatz zu saisonalen Schwankungen, auf die gesamte Wirtschaftslage und sind längerfristig sichtbar. Saisonale Schwankungen hingegen treten kurzfristiger auf. Basierend auf den Entwicklungen der Wirtschaftslage werden durch Konjunkturzyklen Trends für zukünftige Entwicklungen sichtbar. Im Gegensatz zu Marktschwankungen steht die Marktverschiebung, die eine Strukturwandlung, also eine Marktänderung zwischen Angebot und Nachfrage, beschreibt.

MiFID

MiFID ist die englische Abkürzung für Markets in Financial Instruments Directive. Auf Deutsch versteht man darunter die Richtlinie 2004/39/EG des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates über Märkte für Finanzinstrumente. Das Ziel der Richtlinie ist, den Finanzwettbewerb zu stärken und zur weiteren Vereinheitlichung der europaweiten Finanzmarktregulierung beizutragen. Die Regelung wurde am 21. April 2004 beschlossen und im Jahr 2007 in Deutschland umgesetzt. Sie zielt neben der Simplifizierung des Regelwerks auch auf eine bessere Beratung von Anlegern ab. Dabei geht es insbesondere um einen besseren Schutz der Anleger, unter anderem durch Wohlverhaltensregeln von Kreditinstituten und deren Beratern. Des Weiteren sind umfassendere Informationspflichten, wie zum Beispiel die Vor- und Nachhandelstransparenz, enthalten. Seit dem Jahr 2011 bestehen Pläne für eine grundlegende Überarbeitung und Erweiterungen der MiFID. Das Ziel dieser Überarbeitung ist eine weitere Vereinheitlichung der unterschiedlichen nationalen Regelwerke, um den Zugang zu diversen Finanzinstrumenten und deren Regulierung in den unterschiedlichen EU-Mitgliedsstaaten möglichst gleich zu gestalten.

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