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Finanzlexikon

Finanztransaktionssteuer

Die Finanztransaktionssteuer (engl.: Financial Transaction Tax, FTT) ist eine Gebühr, die auf Finanztransaktionen eingehoben wird. Eine Finanztransaktion ist eine Übertragung von finanziellen Objekten zwischen zwei Parteien. Die Funktion einer Steuer auf Finanztransaktionen wirkt ähnlich wie die Umsatzsteuer im Warenverkehr. John Maynard Keynes stellte bereits nach der Great Depression in den 1930ern Überlegungen über eine Steuer für den Aktienhandel an. Das Ziel einer solchen Steuer war, die kurzfristige Spekulation zu verhindern. Stattdessen sollten sich Firmen darauf konzentrieren, langfristig Gewinne zu erzielen. Erste Formen von Finanztransaktionssteuern gab es jedoch bereits um einiges früher. Ende des 19. Jahrhunderts gab es eine sogenannte Stempelsteuer im Deutschen Reich. Diese wurde beim Handel mit Wertpapieren und Urkunden angewendet. Innerhalb der Europäischen Union steht eine Finanztransaktionssteuer schon seit längerer Zeit zur Debatte. Dieser Beschluss muss jedoch einstimmig gefasst werden, was bis dato noch nicht erreicht wurde. Obwohl die Mehrheit dafür ist, stellen sich einige Mitglieder dagegen, unter anderem Großbritannien, Luxemburg und Dänemark.

Fondsgesellschaft

Fondsgesellschaften, auch bekannt als Investmentgesellschaften oder Kapitalanlagegesellschaften, sind Unternehmen, die Investmentfonds verwalten. Sie legen das gesammelte Geld von Investoren in Portfolios, die beispielsweise aus Wertpapieren, Rohstoffen oder Immobilien bestehen, an, und verwalten diese Portfolios. Die Anleger werden dadurch Anteilsinhaber des jeweiligen Fonds. Geschlossene Fonds besitzen ein vorgegebenes Investitionsvolumen, wohingegen Fondsgesellschaften, die ein variables Kapital aufweisen, ihr Investitionsvolumen erweitern können. Falls von einer Fondsgesellschaft, die einen offenen Fonds verwaltet, neue Anteile ausgegeben werden, wächst sie dadurch. Der Wert eines einzelnen Fondsanteils wird berechnet, indem man das Vermögen des Fonds durch die Zahl der Anteile, die ausgegeben wurden, dividiert. Das durch die Fondsgesellschaft verwaltete Vermögen der Investoren gilt als Sondervermögen und muss aus diesem Grund vom Kapital des Unternehmens getrennt werden. Daher wird das in Fonds investierte Kapital in Depots bei einer Depotbank aufbewahrt. Als Depotbank kann jedes Kreditinstitut, das die dafür notwendigen gesetzlichen Auflagen erfüllt, fungieren. In Deutschland stehen Fondsgesellschaften unter der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Fondskosten

Die Kosten, die für die Verwaltung und das Management von Fonds anfallen, werden als Fondskosten bezeichnet. Bezahlt werden Fondskosten entweder mittels Ausgabeaufschlag beim Kauf, oder durch die Entnahme aus dem Fondsvermögen. Es gibt sowohl direkte, als auch indirekte Fondskosten. Unter direkten Fondskosten wird meist der Ausgabeaufschlag verstanden. Der Ausgabeaufschlag ist auch unter dem Begriff Agio bekannt und wird einmalig beim Kauf von Fondsanteilen verrechnet. Die Höhe des Ausgabeaufschlages variiert, liegt jedoch normalerweise zwischen 0 und 7 Prozent des Rücknahmepreises. Bei einer intensiven Kundenberatung fällt der Ausgabeaufschlag höher aus. Das gilt auch für eine intensive Analyse des Fonds und der Anlagestrategie. Indirekte Fondskosten sind im Preis eines Fonds enthalten und müssen daher nicht zusätzlich durch den Investor beglichen werden. Sie beinhalten beispielsweise die Gebühren für das Depot, in dem das Fondsvermögen bei der Depotbank hinterlegt ist. Des Weiteren beinhalten sie Management- und Verwaltungskosten. Die Fondskosten fallen je nach Art des Fonds unterschiedlich aus. Investmentfonds sind meist analyse- und beratungsintensiv, wodurch höhere Kosten für Investoren entstehen. Indexfonds hingegen werden weniger aktiv verwaltet. Durch den geringeren Verwaltungsaufwand bilden sich geringere Fondskosten.

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