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Finanzlexikon

Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer ist eine Form der Quellensteuer. Die wohl bekannteste Art der Abgeltungssteuer ist die Kapitalertragssteuer. Auf Kapitalerträge muss in Deutschland seit dem Jahr 2009 25% Abgeltungssteuer gezahlt werden. Unter Kapitalerträgen versteht man beispielsweise Dividenden- oder Zinseinkünfte oder den Kursgewinn von Aktien. Der Abzug der Abgeltungssteuer erfolgt automatisch und anonym durch die Bank. Inklusive Solidaritätszuschlag macht die Abgeltungssteuer 26,375% aus. Privatpersonen, die in Deutschland steuerpflichtig sind, müssen eine Abgeltungssteuer zahlen, wenn sie Erträge aus Kapital erzielen. Sie gilt daher nicht nur für Anleger, die in Aktien oder Fonds investieren, sondern auch für Sparer, die ihr Geld mittels Sparbuch bei der Bank angelegt haben. Wenn ein Anleger beispielsweise einen Ertrag von 1.000€ aus Aktien erwirtschaftet, müssen davon 25% Kapitalertragssteuer und ein Solidaritätszuschlag versteuert werden. 25% von 1.000€ ergeben 250€ Kapitalertragssteuer, und der Solidaritätszuschlag von 5,5% von 250€ macht 13,75€ aus. Insgesamt sind also 263,75€ der 1.000€ abzuführen, was einen Nettoertrag von 736,25€ für den Anleger bringt.

Aktie

Aktien sind eine Form der Geldanlage. Sie sind Wertpapiere, durch die Anteile einer Aktiengesellschaft verbrieft werden. Durch den Verkauf von Aktien an Aktionäre können sich Kapitalgesellschaften Eigenkapital beschaffen. Aktien sind daher sowohl eine Anlageoption für Investoren, als auch Finanzierungsinstrumente für Unternehmen. Aktien werden an bestimmten Börsen weltweit durch Börsenhändler und Börsenmakler gehandelt. Je nach Aktie kann der Kurs volatil oder eher stabil sein. Daher sind Investments in Aktien mit niedrigen Kursschwankungen eher risikoärmer als in Wertpapiere mit einem volatilen Kurs. Beim Erwerb einer Aktie erhält der Käufer für den Kurswert ein Wertpapier, das unterschiedliche Rechte und Pflichten verbrieft. Inhaber von Aktien werden Gesellschafter der jeweiligen Kapitalgesellschaft. Grundsätzlich empfiehlt es sich, beim Erwerb von Aktien auf die Diversifikation zu achten. Das hat den Vorteil, dass das Aktienportfolio breit gestreut werden kann, wodurch Ausfallsrisiken minimiert werden können. Das erhöht die Sicherheit des Anlegers, was wiederum die Wahrscheinlichkeit, Verluste mit Aktien zu machen, verringert. Aktien von einflussreichen Unternehmen mit hohem Wert bezeichnet man oft als Blue-Chip Aktien. Durch die Größe der Unternehmen und deren Relevanz für die Märkte sind diese Aktien oft von kleineren Kursschwankungen betroffen, als beispielsweise Aktien von kleineren oder umsatzschwachen Firmen. Durch ihre geringere Volatilität und den Bekanntheitsgrad der Unternehmen sind sie oft eine beliebte Form des Investments.

Aktienfonds

Aktienfonds sind Investmentfonds oder Gesellschaften, die mit dem gesammelten Geld vieler Anleger Aktien von Unternehmen an der Börse kaufen. Das trägt dazu bei, dass das Risiko, Kapital bei der Investition in Aktien zu verlieren, gesenkt wird. Weltweit gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Aktienfonds, die sich meist auf bestimmte Aktieninvestments spezialisiert haben. Diese Investments können beispielsweise Aktien aus spezifischen Ländern und Regionen, oder gewissen wirtschaftlichen Branchen umfassen. Aus diesen beiden Bereichen ergeben sich zwei übergreifende Arten von Aktienfonds: Branchenfonds und regionale Fonds. Branchenfonds investieren in einzelne Wirtschaftssektoren, auf die sie sich spezialisiert haben. Das sind zum Beispiel Rohstoffe, Pharma, Nahrungsmittel, Medien, Finanzen oder Technologie. Regionale Fonds hingegen konzentrieren sich auf genaue Regionen, wie Europa, Nordamerika oder Asien, oder einzelne Länder. Davon abgesehen gibt es auch Fonds, die beide Bereiche miteinander verbinden. Diese Aktienfonds investieren dann zum Beispiel in Rohstoffe aus Afrika. Je nach Spezialisierung des Aktienfonds besteht das Risiko, dass bei Misserfolgen in einer Region oder einer Branche die Aktien an Wert verlieren. Ist die Aufstellung des Aktienfonds dann nicht sehr breit, erhöht das das Risiko für Investoren.

Anlagehorizont

Der Anlagehorizont gibt Aufschluss über die voraussichtliche Dauer einer Geldanlage. Die Dauer einer Geldanlage wird wiederum mithilfe des Anlageziels definiert. Je nach Anlagehorizont investieren Anleger demnach in eher sichere oder volatile Investments – abhängig davon, ob in kurzer Zeit eine hohe Rendite erzielt werden soll, oder ob man bereit ist, das Kapital länger anzulegen. Kapitalanlagen über einen längeren Zeitraum bieten den Vorteil, dass man durch den Zinseszins-Effekt zusätzliche Gewinne verzeichnen kann. Dabei wird das durch Zinsen gewonnene Kapital erneut verzinst. Längerfristige Anlagen können somit auch eine Rendite erzielen, ohne dass Anleger dafür ein vergleichbar hohes Risiko eingehen müssen. Bei vergleichsweise kurzen Anlagehorizonten bieten meist nur volatile Investments die Möglichkeit, einen signifikanten Gewinn zu erzielen. Diese Anlageoptionen sind jedoch mit einem hohen Risiko verbunden, da sie oft starken Kursschwankungen ausgesetzt sind. Langfristige Anlagehorizonte bieten somit oft höhere Erfolgschancen. Crowdlending-Plattformen im Internet bieten oft mittelfristige Anlagehorizonte. Anleger können dadurch direkt in die Kreditprojekte von Darlehensnehmern investieren. Durch die Einsparung von Infrastruktur- und Personalkosten kann somit trotz des vergleichsweise kurzen Anlagehorizonts eine hohe Rendite an Anleger weitergereicht werden.

Anleger

Unter einem Anleger versteht man eine Person, die am Finanzmarkt ein Finanzprodukt erwirbt oder eine Investition tätigt. Anleger können sowohl Privatpersonen, als auch Unternehmen sein. Je nach Professionalität der Anleger spricht man von privaten- oder institutionellen Investoren. Anleger verfolgen bei der Investition ihres Geldes drei Ziele: Rendite, Sicherheit, und Liquidität. Diese Faktoren sind auch bekannt als das „magische Dreieck“ der Geldanlage. Alle drei sind jedoch mit gegenseitigen Zielkonflikten verbunden, was dazu führt, dass maximal zwei der drei Faktoren gleichzeitig in vollem Ausmaß erreicht werden können. Die höchstmögliche Rendite ist zum Beispiel nicht mit der höchstmöglichen Sicherheit kombinierbar. Daher müssen zumindest bei einem der drei Faktoren Abstriche in Kauf genommen werden. Je nach Laufzeit gilt eine Anlage als kurz-, mittel- oder langfristig. Primär hängt die Laufzeit vom Ziel des Anlegers ab. Falls das Geld für den nächsten Sommerurlaub dienen soll, wird die Laufzeit kürzer gewählt als für die Altersvorsorge. Je nachdem in welches Finanzprodukt ein Anleger investiert, ist die Anlage mit geringen oder hohen Risiken verbunden. Anleger können Risiken minimieren, indem sie ihr Portfolio diversifizieren und das Geld auf mehrere Anlagearten aufteilen.

Ausgabeaufschlag

Ein Ausgabeaufschlag, auch bekannt als Agio, muss beim Kauf von Fondsanteilen einmalig bezahlt werden. Normalerweise wird der Ausgabeaufschlag als Prozentsatz des Rücknahmepreises errechnet und wird zum Nennwert addiert. Die Höhe kann variieren, liegt jedoch meistens zwischen 0 und 7 Prozent. Je nach Beratung des Kunden kann der Aufschlag höher oder geringer ausfallen. Bei einer intensiven Analyse der Fonds und einer Anlagestrategie, die beratungsintensiv ist, ist der Agio daher meist kostenintensiver. Falls das Aktienportfolio aktiv verwaltet wird, beispielsweise durch einen Aktienfonds, ist der Ausgabeaufschlag in der Regel daher relativ hoch. Bei Fonds, die weniger oder kaum aktiv verwaltet werden, fällt der Aufschlag geringer aus. Die Ausgabeaufschläge helfen Kapitalanlagegesellschaften dabei, ihre Betriebskosten und Verwaltungskosten für Fonds zu decken. Das Gegenteil des Ausgabeaufschlags ist der Abschlag (Disagio).

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