Crowdfunding

Was ist Crowdfunding?

  • Funktionsweise
  • Rechtslage
  • Vor- und Nachteile
Bewertungen
5 von 5
Kundenbewertungen bei BankingCheck
Auszeichnung 2018 mit Note 1,4 bei vergleich.org

Crowdfunding: Was ist es und wie funktioniert es?

Crowdfunding, zusammengesetzt aus "Crowd" (Menschenmenge bzw. Schwarm) und "Funding" (Finanzierung), ist eine Form der Finanzierung, bei der eine Vielzahl von Personen oder Unternehmen ein gemeinsames Projekt, Produkt oder Unternehmen finanzieren. Die „Crowd“ ermöglicht somit die Finanzierung von Vorhaben, die durch einzelne Investoren möglicherweise nicht stattgefunden hätte.

Crowdfunding ist ein relativ neuer Markt, der erst in den letzten Jahren in Deutschland an Bedeutung gewonnen hat. Die Möglichkeiten für zielgerichtete Investitionen ("Impact Investing", Investieren in Startups sowie Finanzierung sozialer Projekte), aber auch der Mangel an Alternativen in der Geldanlage haben den Markt für Schwarmfinanzierung wachsen lassen.

Crowdfunding: Definition

Crowdfunding ist eine Form der Finanzierung, bei der Unternehmen oder Projekte durch eine Gruppe von Menschen ("Crowd") finanziert ("Funding") wird.

Funktionsweise einer Crowdfunding Kampagne

Jede Crowdfunding-Kampagne verfolgt einen spezifischen Zweck. In unserem Beispiel ist dies die Finanzierung einer Solaranlage in Lagos, Nigeria. Kreditnehmer ist die Crowdy GmbH mit Sitz in Deutschland, die über das Projekt eine Finanzierung in Höhe von EUR 200.000 aufnehmen möchte. Das Crowdfunding ist bis zum 01.10.2020 offen, es sei denn, die Investitionsschwelle von EUR 200.000 wird vorher erreicht

Beispiel: Finanzierung einer Solaranlage in Afrika

Crowd Finanzierung einer Solaranlage
Beispielhafte Crowdfunding Finanzierung eines Solarprojekts

Anlegern wird folgende Rendite sowie "Impact" aufgezeigt: Die erwartete Rendite liegt bei 5,5% p.a., die durch Zinszahlungen (in der Regel quartalsweise) zurückgezahlt wird. Das Projekt fördert jedoch auch ein weiteres Ziel: Die Einsparung von CO2. In diesem Beispiel wird durch die Errichtung der Solaranlage mit einer Einsparung von 4.000t CO2 pro Jahr gerechnet.

Jeder Anleger hat nun die Möglichkeit, Geld zu investieren, um so die Finanzierung der Anlage zu fördern. Im Schnitt legen Crowdfunding Anleger 500 Euro - 2.000 Euro in einzelne Projekte an und tragen einen kleinen Teil zum gesamten Projekt bei. Für die Crowdy GmbH kommen also rund 1.000 Privatpersonen zusammen, um die Solaranlage zu finanzieren.

Crowdfunding: Rechtliche Rahmenbedigungen

Verschiedene Arten des Crowdfunding existieren, darunter donation-based, Crowdlending und Crowdinvesting. Wir fokussieren uns auf das Crowdfunding über klassische Nachrangdarlehen, die insbesondere durch das Kleinanlegerschutzgesetz sowie verschiedene Novellen rechtlich klarer abgegrenzt wurden. Die Vergabe von Anleihen (Wertpapieren) sowie Token-Modelle, d.h. Investitionen in Kryptowährungen, die die Teilnahme an sozialen Projekten verbriefen, existieren am deutschen Markt.

Fremdkapital von der Crowd: Nachrangdarlehen

Im klassischen Fall handelt es sich bei der Aufnahme einer Schwarmfinanzierung um ein Fremdkapital-Instrument und kein Eigenkapital-Instrument. Das Unternehmen wird also zum Kreditnehmer (Emittent) und der Anleger zum Kreditgeber. Anleger erhalten im Gegenzug zur Investition in bspw. ein Nachrangdarlehen regelmäßige (meist quartalsweise) Zins- und Tilgungsrückzahlungen auf Ihr Konto überwiesen. Darüber hinaus erhalten Sie Informationen und Updates, teilweise auch Einsicht in Geschäftsberichte des Emittenten (Darlehensnehmer).

Funktionsweise einer Crowdfunding Plattform Funktionsweise Crowdfunding Plattform
Dreiecksbeziehung zwischen Plattform, Anleger und Projekt

Zu beachtende Risiken für Anleger

Nahezu alle Crowdfunding Projekte unterliegen dem Risiko des Totalverlusts. Das bedeutet, dass im schlimmsten Fall das gesamte Investment nicht zurückgezahlt wird und verloren geht. Diese Risiken müssen von den Plattformen offengelegt werden, insbesondere in den Risikohinweisen sowie im Vermögensanlageninformationsblatt (VIB). Nachrangdarlehen sind darüber hinaus mit einem qualifizierten Rangrücktritt ausgestattet, was die Rechte der Anleger im Falle einer Insolvenz stärker eingrenzt.

Diese Risiken sind von Anlegern vor der Investition zu beachten. Die Novelle des Kleinanlegerschutzgesetzes hat weiter dazu beigetragen, dass Risiken begrenzt bzw. offengelegt werden müssen. Privatanleger können in der Regel nicht mehr als EUR 25.000 in einen einzelnen Kredit (sprich: Projekt) investieren.

Häufige Fragen zu Crowdfunding und Co.

Wie funktioniert Crowdfunding?

Bei der sogenannten Schwarmfinanzierung werden Projekte oder Unternehmen durch das gemeinsame Investieren von einer Vielzahl von Personen finanziert. Das bedeutet, dass eine Investition über 100.000 Euro statt klassisch von einer einzigen Bank in diesem Falle bspw. 1000 Kleinanleger insgesamt 100 Euro investieren. Im Gegenzug erhalten Sie regelmäßige Rückzahlungen, einen Teil der Gewinne oder sonstige Vorteile, da sie das Projekt unterstützt haben.

Welche Crowdfunding Projekte existieren?

Eine Übersicht der größten Crowdfunding Plattformen finden Sie in unserem Guide "Crowdfunding Plattformen in Deutschland"

Was bedeutet Crowdfunding auf Deutsch?

Crowdfunding wird im Deutschen übersetzt als "Schwarmfinanzierung". Crowd bedeutet hier eine Vielzahl an Personen (der "Schwarm") und Funding bedeutet soviel wie "Finanzierung". Da der Begriff im Englischen geläufiger ist als im Deutschen, wird oftmals nur der englische Begriff verwendet.

Bewerten Sie dieses Produkt:
5 / 5
3 abgegebene Stimmen.
Wir verwenden Cookies. Mit der Nutzung der Webseite stimmen Sie zu.
OK