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Aktien

Alles was Sie 2021 über Aktien wissen müssen
Aktualisiert: 12.08.2021
Lesezeit: 12 Min.
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Die Grundlagen über Aktien - so gelingt Ihr Einstieg an der Börse

Was sind Aktien? 

Eine Aktie ist ein Wertpapier, das den Anteil an einem Unternehmen verbrieft. Vereinfacht gesagt sind Aktien an der Börse handelbare Unternehmensanteile, die gekauft und verkauft werden können.

Durch den Kauf einer Aktie kann ein sogenannter Aktionär Anteile an einem Unternehmen erwerben. Dadurch erhält der Anleger neben dem Erwerb der Aktie verschiedene Rechte, zum Beispiel die Möglichkeit der Mitsprache oder wird durch Dividenden am Firmenerfolg beteiligt.

Die meisten Unternehmen, deren Aktien man erwerben kann, sind Aktiengesellschaften (kurz AGs). In anderen Ländern finden andere Bezeichnungen für solche Unternehmen Verwendung. Bei US-amerikanischen Unternehmen die Abkürzung Inc., bei britischen Unternehmen PLC und in Frankreich, Spanien und Italien die Abkürzung SA.

Definition

  • Eine Aktie ist ein Finanzinstrument einer Kapitalgesellschaft
  • Genauer gesagt ein Anteil an einer Aktiengesellschaft, der entsprechende Mitgliedschaftsrechte und Pflichten verbrieft
  • Aktien dienen der Aktiengesellschaft zur Beschaffung von Eigenkapital für Vorhaben wie Investitionen oder zum wirtschaften

Wie kann man Aktien Kaufen und Verkaufen?

Um eine Aktie kaufen und verkaufen zu können, benötigen Sie in der Regel ein Wertpapierdepot. In diesem Depot werden ihre Wertpapiere elektronisch gelagert und verwaltet. Es gibt unterschiedliche Anbieter von Wertpapierdepots, die sich durch verschiedene Eigenschaften auszeichnen.

Das Wertpapierdepot

Der wohl einfachste Weg ein Depot zu eröffnen ist es, ein Depot bei einer normalen Geschäftsbank, zum Beispiel der Bank, bei der Sie auch ihr Girokonto haben, einzurichten. Da Sie eh schon Kunde bei dieser Bank sind, ist der Anmeldeprozess und die Einrichtung meist unkomplizierter, dafür bezahlen Sie oft höhere Gebühren.

Alternativ zu den Geschäftsbanken können Depots auch bei Direktbanken eröffnet werden. Direktbanken sind Geschäftsbanken sehr ähnlich, allerdings haben sie keine Filialien. Durch die vielen Kosteneinsparungen im Gegensatz zu Geschäftsbanken, können Direktbanken günstigere Konditionen anbieten.

Eine weitere Möglichkeit sind die Discountbroker. Diese Broker sind reine Depotbanken und haben meist nur Anlageprodukte zur Auswahl. Diese Depots sind oft kostenlos oder haben sehr geringe Gebühren. Allerdings wird den Kunden wenig oder oft gar keine Beratung angeboten.  

Bei den verschiedenen Angeboten der Depotanbieter fällt auf, dass die Kosten und Gebühren eines Aktiendepots stark vom Leistungsspektrum der Anbieter abhängen. Hat die Depotbank Filialen und eine Anlageberatung, muss mit höheren Gebühren gerechnet werden, als bei einem Discountbroker.

So eröffnen Sie ein Wertpapierdepot 

Sollten Sie sich für die meist etwas teureren Geschäftsbanken entscheiden, können Sie sich direkt bei ihrem Bankberatern bei der Einrichtung ihres Depots helfen lassen. Das hat vor allem für unerfahrene Anleger den Vorteil, eine persönliche Beratung zu Aktien und Anlagestrategien erhalten zu können. 

Bei den günstigeren Discountbrokern muss man in der Regel auf eine Beratung verzichten. Dafür  lässt sich die Einrichtung oft unkompliziert online erledigen und Sie sparen die Kosten für eine Beratung. Für die Einrichtung müssen Sie sich meist durch einen Videochat verifizieren und Ausweispapiere bereithalten.

Das Verrechnungskonto

Wenn Sie ein Depot eröffnen, wird Ihnen zusätzlich ein Verrechnungskonto eingerichtet. Sämtliche Transaktionen werden detailliert im Verrechnungskonto aufgeführt. Wenn Sie Aktien kaufen möchten, müssen Sie den entsprechenden Betrag vor dem Kauf auf das Verrechnungskonto überweisen. 

Wenn Sie ihre Aktien wieder verkaufen wollen, wird Ihnen der Erlös des Verkaufs auf das Verrechnungskonto gutgeschrieben. Sollten Sie Dividenden erhalten, werden diese ebenfalls auf das Verrechnungskonto überwiesen. 

Haben Sie ein Depot bei ihrem Girokonto eingerichtet, wird in der Regel kein zusätzliches Verrechnungskonto benötigt.

Kosten und Gebühren beim Aktienkauf

Die Kosten und Gebühren beim Aktienkauf

Ein Wertpapierdepot zu eröffnen und Aktien zu kaufen ist meist schnell und einfach erledigt. Viele unerfahrene Anleger vernachlässigen allerdings die Kosten und Gebühren, die mit dem Kauf von Aktien einhergehen.

So müssen Gebühren für das Wertpapierdepot, Transaktionen und weitere Kosten berücksichtigt werden. Bei größeren Gewinnen werden außerdem Steuern fällig und Sie sollten verstehen, was der sogenannte Spread ist.

Die Depotführungskosten

Die Depotführungskosten sind die Kosten, die anfallen, wenn man ein Wertpapierdepot besitzt und dieses Depot von einem Broker verwaltet wird. Die Kosten fallen auch an, wenn Sie keine Transaktionen vornehmen. Durch die Auswahl ihres Brokers können die Depotführungskosten unter Umständen komplett vermieden werden. 

Da die Depotführungskosten ein eher traditioneller Kostenpunkt sind und viele Discountbroker komplett auf diese Kostenart verzichten, sollte man als Anleger darauf achten, möglichst wenig oder gar keine Depotführungskosten zu zahlen.

Die Transaktionskosten

Im Gegensatz zu den Depotführungskosten lassen sich die Transaktionskosten meist nicht vermeiden, können aber durch die richtige Auswahl von Brokern und Handelsplätzen erheblich gesenkt werden. 

Als Anleger sollte man unbedingt auf diesen Kostenpunkt achten, da die Mindestgebühren für den Kauf oder Verkauf einer Aktie zum Teil so hoch sind, dass sich das Investment meist nur ab einer Order von mehreren Hundert Euro lohnt. 

Die Transaktionskosten setzen sich in der Regel aus der Grundgebühr, der variablen Gebühr nach Volumen und der Börsenplatzgebühr je nach Handelsplatz zusammen. Bei Neo-Brokern, wie Trade Republic, können Sie komplett ohne Transaktionskosten handeln und bezahlen nur eine geringe Fremdkostenpauschale. 

Die variablen Zusatzkosten

Manche Broker verlangen für verschiedene Dienstleistungen weitere Gebühren. Sollten Sie beispielsweise eine Stop Loss oder ein Limit Buy einsetzen, können dafür Kosten anfallen. Das ist allerdings eher eine Ausnahme, deshalb sollten Sie darauf achten, einen Broker zu wählen, der auf solche zusätzlichen Kosten verzichtet.

Weitere kostenpflichtige Dienstleistungen können sogenannte Teilausführungen oder zum Beispiel der Telefonhandel sein, wenn Sie ihre Aktien telefonisch kaufen oder verkaufen wollen.

Der Spread

Der Spread bezeichnet die Differenz zwischen dem Preis, bei dem eine Aktie gekauft oder verkauft wird. Der Ankaufspreis ist dabei höher als der aktuelle Aktienkurs, der Verkaufspreise dagegen niedriger. Je nach Handelszeitpunkt, Börsenplatz oder der Nachfrage einer Aktie wird der Spread beeinflusst.

Bei einem sehr liquiden Unternehmen, wie beispielsweise einem DAX-Konzern, ist der Spread meist weniger groß. Sollten Sie aber in kleine Unternehmen investieren wollen, kann es eine größere Differenz zwischen dem Geldkurs, also dem Verkaufskurs und dem Briefkurs, also dem Ankaufskurs geben. 

Die Steuern

Neben den unterschiedlichen Kosten müssen Sie unter Umständen auch Steuern bezahlen. Denn Aktiengewinne und Dividenden müssen grundsätzlich versteuert werden, vorausgesetzt die Einnahmen überschreiten den gesetzlichen Freibetrag.

Aktiengewinne und Dividendeneinnahmen sind bis 801 Euro im Jahr steuerfrei, bei verheirateten Personen sogar 1.602 Euro. Sollten Sie mehr als diese Beträge im Jahr durch Aktien eingenommen haben, sind Sie dazu verpflichtet, auf diese Einnahmen Steuern zu entrichten. 

Auf die Erträge müssen Sie 25 Prozent Abgeltungssteuer, auch Kapitalertragssteuer genannt, zahlen. Zusätzlich zur Abgeltungsteuer müssen Sie den Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent entrichten und eventuell Kirchensteuer bezahlen, vorausgesetzt Sie sind ein Kirchenmitglied.

Interessante Aktien, die Sie kennen sollten

Drei Interessante Aktien, die Sie kennen sollten

Eine profitable Aktie zu finden ist nicht gerade einfach und die große Auswahl der verfügbaren Wertpapiere kann schnell überfordernd wirken. Deshalb lohnt sich eine gründliche Recherche, um das riesige Angebot der verschiedenen Aktien überblicken zu können.

Um eine Aktie zu finden die Ihnen gefällt, können Sie sich bei diesen folgenden drei Aktien inspirieren lassen.

Berkshire Hathaway

Die teuerste Aktie der Welt ist die Aktie des Investmentholdings Berkshire Hathaway von Großaktionär Warren Buffett. Die Holdinggesellschaft wurde im Jahr 1955 gegründet und es gehören über 80 Unternehmen zur Berkshire Unternehmensgruppe.

Warren Buffett ist dafür bekannt, dass er nur in Unternehmen investiert, deren Geschäftsmodell er versteht. Damit war er in den vielen Jahren an der Börse sehr erfolgreich. Aktuell investiert Berkshire Hathaway breit diversifiziert. Der Bereich Versicherungen hat dabei den Hauptanteil des Portfolios und ist für ein Drittel des Umsatzes verantwortlich. 

Neben Versicherungen hält das Unternehmen Anteile von Coca Cola, Kraft Heint oder American Express.

Die teuerste Aktie Berkshire Hathaway - der Chart der Aktie, wichtige Informationen und Kennzahlen
Die teuerste Aktie der Welt Berkshire Hathaway von der Investoren Legende Warren Buffet

Allianz SE

Die meisten Dividenden hat im Vorjahr 2020 in Deutschland das Versicherungsunternehmen Allianz ausgeschüttet. Das Unternehmen hat insgesamt etwa 4,3 Milliarden US-Dollar an Aktionäre ausgezahlt. 

Die Allianz SE verkauft Versicherungsdienstleistungen an über 100 Millionen Kunden und bietet Anlageberatung in über 70 Ländern an. Pro Aktie wurden 9,60 Euro an Aktionäre ausgezahlt, was einer Dividendenrendite von 4,79 Prozent entspricht.

Die weltweit größte Dividendenausschüttung hat das Unternehmen Microsoft veranlasst. Das Unternehmen hat insgesamt über 15,8 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre ausgeschüttet, allerdings liegt die Dividendenrendite bei nur etwa 0,94 Prozent.

Die Dividenden Aktie Allianz SE - Chart, wichtige Informationen und Kennzahlen
Die dividendenstarke Aktie des Versicherungsunternehmens Allianz SE

Fiverr International LTD

Das E-Commerce Unternehmen Fiverr International LTD ist die weltweit größte Plattform für Freiberufler. Während viele Unternehmen wegen des Coronavirus und dessen Auswirkungen große Umsatzeinbußen hinnehmen mussten, hat Fiverr von mehreren Trends gleichzeitig profitiert.

Der Trend zur unabhängigen freiberuflichen Karriere, das Social Distancing und die Home-Office Pflicht haben bei Fiverr große Umsatzzuwächse verursacht. Im Vergleich zum Vorjahr konnte Fiverr im ersten Quartal 2021 ein Umsatzwachstum in Höhe von 100 Prozent vermelden. 

Die Rendite der Aktie Fiverr - Chart, Kennzahlen und allgemeine Informationen
Die renditestarke Aktie des E-Commerce Unternehmen Fiverr International LTD

Tipps, um gute Aktien zu finden

Die wohl schwierigste Aufgabe beim Kauf von Aktien ist es, die richtigen Unternehmen zu finden. Eine ideale Aktie sollte Kurspotenzial und eine attraktive Rendite versprechen, sie sollte nicht zu teuer und möglichst unterbewertet sein und zusätzlich eine ansehnliche Dividende erwirtschaften. 

Doch ein solches Unternehmen zu finden ist nicht gerade einfach. Selbst wenn die Kennzahlen stimmen, ist das noch lange keine Garantie, dass der Aktienkurs auch steigt. Wie auch bei anderen Wertanlagen ist das Risiko eines Totalverlust des Investments möglich. Das Risiko lässt sich allerdings senken, wenn man einige Punkte beim Aktienkauf beachtet.

1. Sie sollten das Geschäftsmodell des Unternehmens verstehen

Für viele erfahrene Investoren an der Börse gilt ein Grundsatz: Investieren Sie nur in Aktien von Unternehmen, deren Geschäftsmodell Sie auch verstehen. Manchmal ist es allerdings gar nicht so leicht zu verstehen, was ein Unternehmen überhaupt macht und wie Gewinne erwirtschaftet werden. 

Der US-Konzern McDonald's beispielsweise vermarktet sich selbst als innovative Fastfood-Kette. Sieht man sich die Aktie des Unternehmens an, fällt auf, dass die fundamentale Bewertung, also die Bewertung des Wertes des Unternehmens, eigentlich viel zu hoch ist. 

Das liegt daran, dass McDonald’s einer der weltweit größten Immobilienkonzerne ist. Nur die wenigsten Restaurants werden noch von McDonald’s selbst betrieben, ein großer Teil des Umsatzes sind Mieteinnahmen der Franchise-Partner und der Gewerbeimmobilien. 

Als Privatanleger sollten Sie sich daher damit auseinandersetzen, welche Dienstleistungen oder Produkte ein Unternehmen anbietet und wie Gewinne generiert werden. Denken Sie darüber nach, ob das Unternehmen auch in Zukunft gebraucht wird, achten Sie auf die öffentliche Wahrnehmung und recherchieren Sie zu den aktuellen und vergangenen Nachrichten. 

2. Bewerten Sie Kennzahlen und die vergangene Performance des Unternehmens

Eines der wichtigsten Grundlagen zur Bewertung einer Aktie ist die sogenannte Fundamentalanalyse. Bei der Fundamentalanalyse werden wichtige Kennzahlen, wie beispielsweise der Gewinn, der Umsatz oder der Cashflow berücksichtigt und ausgewertet. Werden die Kennzahlen richtig bewertet, kann sich die Chance erhöhen, eine profitable Aktie zu finden. 

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Die Kennzahl KGV ist eine der meistgenutzten, aber auch häufig kritisierten Kennzahlen zum bewerten von Aktien und Unternehmen. Sie soll dabei helfen zu beurteilen, ob ein Unternehmen über- oder unterbewertet ist. Ist die KGV klein, wird das Unternehmen meist als unterbewertet angesehen. In diesem Fall kann das für den Kauf einer Aktie sprechen.

Zur Bewertung einer Aktie reicht das KGV allerdings nicht aus, da die Kennzahl, zum Beispiel durch die Auflösung stiller Reserven, verfälscht werden kann. Für die Berechnung des KGV wird der Aktienkurs durch den Unternehmensgewinn des Vorjahres oder eines anderen Zeitraums geteilt. 

Berechnung: KGV = Aktienkurs / Unternehmensgewinn pro Aktie

Beispiel: Der Kurs einer Aktie steht bei 50 Euro - Der Unternehmensgewinn pro Aktie beträgt 5 Euro 

KGV = 50 / 5 = 10

Die Eigenkapitalquote (EKQ)

Die Eigenkapitalquote ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Bewertung von Aktien und Unternehmen. Sie ist unter anderem ein Indikator dafür, wie solide ein Unternehmen finanziert ist und gibt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital des Unternehmens in Prozent an.

Eine hohe Eigenkapitalquote wird als positiv angesehen, da sich das Unternehmen vorwiegend aus eigenem Kapital finanziert und so weniger Abhängig von externen Kapitalgebern ist. Allerdings lassen sich die Eigenkapitalquoten verschiedener Branchen  schwer untereinander vergleichen, ein Finanzunternehmen beispielsweise hat meist weniger Eigenkapital als Industrieunternehmen. 

Berechnung: EKQ = Eigenkapital / Gesamtkapital x 100

Beispiel: Eine Aktiengesellschaft hat 1.000.000 Euro Eigenkapital - Das Gesamtkapital beträgt 2.000.000

EKQ = (1.000.000 / 2.000.000) x 100 = 50%

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis hilft dem Anleger dabei zu verstehen, in welchem Verhältnis der Marktwert eines Unternehmens zum Buchwert steht. Der Buchwert entspricht dabei dem Eigenkapital, welches durch die Menge der ausgegebenen Aktien geteilt wird. Er gibt also das Verhältnis von der ausgegebenen Aktien zum Eigenkapital an. 

Obwohl sich das Kurs-Buchwert-Verhältnis sehr kompliziert anhört, ist die Berechnung und Auswertung des Ergebnisses sehr einfach. Beträgt das KBV zum Beispiel 1, entspricht der Wert des Unternehmens genau dem Eigenkapital. Liegt das KBV unter 1, ist die Aktie im bezug auf das Eigenkapital unterbewertet und das Kurs-Buchwert-Verhältnis kann als Kaufargument gelten.

Berechnung: KBV = Aktienkurs / Buchwert der Aktie

Beispiel: Der Kurs einer Aktie liegt bei 100 - Der Buchwert der Aktie bei 90

KBV = 100 / 90 = 1,11

Weitere interessante Kennzahlen

Es gibt viele weitere Kennzahlen, die zur Bewertung von Aktien interessant sein können. Das Kurs-Cashflow-Verhältnis zum Beispiel kann ergänzend zum KGV verwendet werden und auch hier gilt, je niedriger die KCV ist, umso preiswerter ist die Aktie. Berechnet wird die KCV mit dem Kurs einer Aktie durch den Cashflow je Aktie. 

Neben dem KCV lässt sich eine Aktie auch mit dem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) bewerten. Vorteil dieser Kennzahl ist, dass sich im Gegensatz zu Gewinnen eine Umsatzzahl nur schwer verfälschen lässt. Ein Nachteil ist, dass die Kosten und Ausgaben eines Unternehmens hier komplett vernachlässigt werden. 

Um eine profitable Aktie zu finden, sollte man diese und weitere Kennzahlen berücksichtigen und auswerten. Vor allem dann, wenn man ein größeres Investment in ein Unternehmen plant.

3. Überlegen Sie sich, welche Zukunftsaussichten die Branche hat

Neben den zugegeben etwas komplizierten Kennzahlen und rechnerischen Überlegungen können Sie sich außerdem Gedanken dazu machen, welche Zukunftsaussichten die Branche und das Unternehmen in das Sie investieren möchten, haben. Dazu können Sie eigene Überlegungen anstellen und zusätzlich Zukunftsprognosen zu diesen Branchen recherchieren.

Interessante Branchen sind zum Beispiel die Gesundheits- und Sozialbranche, da der Anteil älterer Personen in der Gesellschaft immer größer wird. Unternehmen und Aktien dieser Branche könnten in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Durch die steigende Anzahl an Gütern die weltweit transportiert werden, könnten Logistikunternehmen in Zukunft ebenfalls eine profitable Branche darstellen. Solche und ähnliche Überlegungen können Anleger anstellen, um eine gute Branche und profitable Aktien zu finden.

Welche Arten von Aktien gibt es?

Aktiengesellschaften können meist selbst entscheiden, ob sie alle Aktionäre gleich behandeln oder unterschiedliche Arten von Aktien an verschiedene Aktionäre herausgeben. Unterschieden wird unter anderem nach dem Stimmrecht, der Übertragbarkeit, dem Unternehmensanteil und dem Ausgabezeitpunkt.

Entscheidung treffen

Stammaktien

Wenn Sie sich dafür entscheiden, eine sogenannte Stammaktie zu erwerben, erhalten Sie neben der Aktie ein Stimmrecht bei den meist jährlich stattfindenden Hauptversammlungen. Dort wird unter anderem entschieden, wofür der Gewinn des Unternehmens verwendet oder wer in den Aufsichtsrat bestellt wird.

Sicherungsmechanismus Forderungsmanagement

Vorzugsaktien

Sollten Sie sich für eine Vorzugsaktie entscheiden, müssen Sie in der Regel auf ihr Stimmrecht verzichten. Das bedeutet, dass Sie bei Hauptversammlungen keinen Einfluss nehmen und wichtige Entscheidungen der Unternehmensführung nicht mitbestimmen können. Für viele Privatanleger ist der Verlust des Stimmrechts allerdings weniger bedeutend. Ein Vorteil solcher Vorzugsaktien ist, dass Anleger bevorzugte Dividendenansprüche erhalten.

Sicherungspool bei Geldanlage

Namensaktien

Im Gegenteil zu den Inhaberaktien müssen sich Anleger bei Namensaktien in das Aktienregister des Unternehmens eintragen. Die Aktiengesellschaft kommuniziert direkt mit dem Käufer, behält überblick über die Vergabe der Aktien und kann die Bonität der Anteilseigner überprüfen.

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Inhaberaktien

Neben Stamm- und Vorzugsaktien gibt es die sogenannten Inhaberaktien. Bei Inhaberaktien kann das Unternehmen nicht zwischen den Aktionären unterscheiden, da es nicht weiß, wer die Aktie gekauft hat.

Der Käufer wird in keinem Register verzeichnet und muss keine Daten von sich angeben. Inhaberaktien gelten als leicht handelbar, da beim Verkauf des Wertpapiers alle Rechten und Pflichten der Aktie an den Käufer weitergegeben werden, ohne dass das Unternehmen davon erfährt.

Welche Alternativen gibt es zu Aktien?

Neben Aktien gibt es eine Reihe weiterer interessanter Geldanlagen, die eine gute Möglichkeit sind, ein Portfolio weiter zu diversifizieren. Dadurch kann das Risiko ihres Investments gesenkt werden, da Sie in mehrere Anlageklassen investieren. 

Exchange Traded Funds (ETFs)

Eine kostengünstige und unkomplizierte Möglichkeit ein Portfolio zu diversifizieren ist es, in ETFs zu investieren. Ein Exchange Traded Funds (auf Deutsch Börsengehandelter Indexfonds) bildet die Wertentwicklung eines Index, wie dem deutschen DAX, nach. Als Anleger kann man mit einem einzigen ETF in ganze Märkte, eine Vielzahl an Aktien oder in Rohstoffe investieren.

ETFs haben in den letzten Jahren sowohl bei Privatanleger als auch bei institutionellen Investoren an großer Beliebtheit gewonnen. Das liegt an der breiten Risikostreuung, den geringen Kosten, der großen Auswahl und den renditestarken Vorjahren. Als Anleger hat man außerdem die Wahl, ob man einmalig investiert oder einen ETF-Sparplan mit regelmäßigen Zahlungen bevorzugt. 

Kryptowährungen

Eine weitere Möglichkeit der Diversifikation ist das Investment in Kryptowährungen. Solche digitalen Währungen sind meist sehr volatil. Das bedeutet, dass durch die großen Schwankungen der Währung große Verluste, aber auch große Gewinne möglich sind. 

Die älteste Kryptowährung ist der Bitcoin, der im Jahr 2009 auf den Markt gebracht wurde und zu dieser Zeit für knapp 0,08 US-Cent gehandelt wurde. Der aktuelle Kurs (Stand: 09.2021) bewegt sich meist jenseits der 30.000 Dollar Marke, was den Hype des Bitcoin und anderer Kryptowährungen erklärt.

Kryptowährungen sollten ursprünglich als Zahlungsmethode für Online-Transaktionen verwendet werden, allerdings sind sie derzeit zu volatil, um als Zahlungsmittel Verwendung zu finden. 

Crowdfunding

Beim Crowdfunding finanziert eine Gruppe an Menschen ein gemeinsames Projekt, Produkt oder auch ein Unternehmen. Durch die Investitionen der Crowd werden Vorhaben realisiert, die sonst möglicherweise nie stattgefunden hätten. 

Die Möglichkeit zielgerichtet Investitionen (sogenanntes Impact Investing) zu tätigen, hat sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit erfreut. Im Gegenzug zu dem Investment erhalten die Anleger meist entweder Rückzahlungen, einen Anteil an den Gewinnen oder weitere Vorteile. 

Häufige Fragen zu Aktien, Aktienmärkten und Börsenhandel

Was sind Aktien?

Aktien sind die Wertpapiere eines Unternehmens (beziehungsweise einer Aktiengesellschaft) die an der Börse gehandelt werden. Jeder Käufer einer Aktie wird ein Aktionär und dadurch zu einem Miteigentümer des Unternehmens. Die gekauften Aktienanteile der Aktionäre können an der Börse wieder verkauft werden.

Einmal jährlich, manchmal auch häufiger, können Aktionäre eine Dividende erhalten und so am Unternehmensgewinn beteiligt werden. Im Gegenzug erhält das Unternehmen von den Aktionären Kapital, mit dem es wirtschaften kann.

Was ist ein Wertpapierdepot?

Ein Wertpapierdepot ist ein Depotkonto, auf dem Aktien verwahrt werden. In Verbindung mit dem Verrechnungskonto können Wertpapierkäufe und Verkäufe getätigt werden.

Ein Depot und ein Verrechnungskonto sind die Voraussetzung für den Aktienhandel.

Was ist eine Dividende?

Eine Dividende ist ein Anteil am Firmengewinn, der meist einmal jährlich, manchmal auch häufiger, an die Aktionäre ausgezahlt wird.

Aktiengesellschaften sind nicht dazu verpflichtet, Dividenden auszuzahlen und die Aktionäre können auf der Hauptversammlung beschließen, ob die Dividenden für andere Dinge wie zum Beispiel Investitionen verwendet werden.

Wie werden Aktien versteuert?

Wenn Sie durch ihr Investment in Aktien Gewinne erwirtschaften, müssen Sie diese unter Umständen versteuern.

Sollten ihre Gewinne über 801 Euro betragen (bei verheirateten Personen 1.602 Euro), wird die Kapitalertragsteuer in Höhe von 25 Prozent fällig. Zusätzlich müssen Sie den Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent und eventuell Kirchensteuer entrichten.

Welche Arten von Aktien gibt es?

Aktien unterscheiden sich vor allem durch die damit verbundenen Rechte und Pflichten der Aktionäre. Die beiden gängigsten Arten von Aktien sind Stammaktien, die dem Aktionär ein Stimmrecht bei der Hauptversammlung erhält und Vorzugsaktien. Bei diesen Aktien verzichten die Aktionäre auf ihr Stimmrecht, bekommen aber meist eine höhere Dividende.

Neben diesen Aktientypen gibt es noch die Inhaberaktien, Namensaktien und vinkulierte Aktien.

Was ist ein Aktienindex?

Ein Aktienindex enthält viele einzelne Aktien, die in verschiedenen Gewichtungen zusammen einen Wert angeben, der meist in Punkten angegeben wird. Der Kurs eines Index soll den Aktionären dabei helfen, zu erkennen welche Trends und Tendenzen am Aktienmarkt passieren.

Wichtige Aktienindizes sind zum Beispiel der DAX, Dow Jones oder NASDAQ.

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