Kredit nach der Privatinsolvenz: Fristen, SCHUFA und erster Kredit

Wann die Auskunft wieder sauber ist

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Nach einer Privatinsolvenz löscht die SCHUFA den Eintrag zur Restschuldbefreiung sechs Monate nach ihrer Erteilung — seit einer Änderung im März 2023, vorher waren es drei Jahre. Vom Beginn des Verfahrens bis zur sauberen Auskunft vergehen damit rund dreieinhalb Jahre: drei Jahre Verfahren plus ein halbes Jahr Speicherfrist. Während des Verfahrens ist ein Kredit bei einem regulierten Anbieter praktisch ausgeschlossen. Danach ist die Auskunft nicht negativ, sondern leer — ein kleiner Betrag über eine kurze Laufzeit hat deshalb die besseren Aussichten als ein großer.

Nach einer Privatinsolvenz dauert es sechs Monate, bis der Eintrag zur Restschuldbefreiung aus der SCHUFA verschwindet. Nicht drei Jahre, wie es lange hieß — die Frist wurde im März 2023 verkürzt, und zwar rückwirkend. Hast Du Dein Verfahren hinter Dir, bist Du damit schneller wieder kreditfähig, als die meisten Ratgeber im Netz behaupten. Diese Seite zeigt Dir, welche Fristen gelten, was den Score zurückbringt und ab wann eine Anfrage Sinn ergibt.

Wie lange steht die Privatinsolvenz in der SCHUFA?

Die Antwort hat sich geändert, und viele Texte im Netz sind auf dem alten Stand. Seit Ende März 2023 löscht die SCHUFA den Eintrag zur Restschuldbefreiung sechs Monate nach ihrer Erteilung. Vorher waren es drei Jahre. Die Änderung kam nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, der die lange Speicherung als nicht vereinbar mit der Datenschutz-Grundverordnung ansah — die Restschuldbefreiung soll einen wirtschaftlichen Neuanfang ermöglichen, und eine dreijährige Sperre steht dem entgegen.

Die SCHUFA hat die Umstellung rückwirkend vollzogen: Am 28. März 2023 wurden alle Einträge zur Restschuldbefreiung gelöscht, die länger als sechs Monate gespeichert waren, samt der zugehörigen Forderungen. Hast Du Deine Restschuldbefreiung vor Jahren erhalten, musst Du nichts beantragen — die Löschung läuft von selbst.

Die Fristen im Überblick

WasWie langeWo
Das Insolvenzverfahren selbst3 Jahre bis zur Restschuldbefreiung, bei Antrag ab dem 1. Oktober 2020Amtsgericht
Veröffentlichung der Restschuldbefreiung6 Monate, dann taggenaue Löschunginsolvenzbekanntmachungen.de
SCHUFA-Eintrag zur Restschuldbefreiung6 Monate nach ErteilungSCHUFA
Von der Verfahrenseröffnung bis zur sauberen Auskunftrund dreieinhalb Jahre

Dreieinhalb Jahre klingt lang, ist aber der gesamte Weg: drei Jahre Verfahren plus das halbe Jahr Speicherfrist danach. Der Abschnitt, in dem Du am ehesten einen Kredit brauchst, liegt am Ende dieses Wegs — und der ist seit 2023 deutlich kürzer geworden.

Kredit während der Privatinsolvenz: warum das nicht geht

Solange das Verfahren läuft, ist eine Kreditaufnahme praktisch ausgeschlossen — und zwar aus zwei voneinander unabhängigen Gründen.

Erstens die Auskunft. Während der Wohlverhaltensphase steht das laufende Verfahren in der SCHUFA und im amtlichen Portal. Eine Bank, die das sieht, lehnt ab; das ist keine Härte, sondern die Folge daraus, dass der pfändbare Teil des Einkommens ohnehin an den Treuhänder geht und für eine Rate gar nicht zur Verfügung steht.

Zweitens das Verfahren selbst. Neue Verbindlichkeiten während der Wohlverhaltensphase gefährden das Ziel, auf das drei Jahre lang hingearbeitet wird. Nimmst Du in dieser Zeit neue Schulden auf, die Du nicht bedienen kannst, riskierst Du die Restschuldbefreiung — und damit den gesamten bisherigen Weg.

Angebote, die gezielt mit „Kredit trotz Privatinsolvenz” werben, sind vor diesem Hintergrund einzuordnen. Ein regulierter Kreditgeber vergibt in dieser Lage nichts. Was bleibt, sind Anbieter außerhalb des regulierten Marktes — und die Warnzeichen dafür stehen auf unserer Seite zum Kredithai. Kostenlose Hilfe zur Lage selbst gibt es bei den anerkannten Schuldnerberatungsstellen der Verbraucherzentralen und der Wohlfahrtsverbände.

Was in dieser Zeit stattdessen möglich ist

Bei welchem BedarfWas in Betracht kommt
Waschmaschine, Herd, kaputtes GerätDieselbe Stelle — der Bedarf muss unabweisbar und belegt sein
Nachzahlung, einmalige ForderungRatenvereinbarung direkt mit dem Gläubiger — sie ist kein neuer Kredit
Anschaffung, die sich nicht aufschieben lässtDarlehen vom Jobcenter nach § 24 SGB II, getilgt über einen Einbehalt von 5 Prozent des Regelbedarfs
Überblick und Verhandlung mit GläubigernAnerkannte Schuldnerberatung, kostenfrei

Ab wann ist man nach der Privatinsolvenz wieder kreditwürdig?

Die Restschuldbefreiung beendet die Schulden. Sie stellt aber nicht am selben Tag den Score wieder her. Dazwischen liegen zwei Dinge: die sechs Monate Speicherfrist — und danach eine Auskunft, in der schlicht wenig steht.

Genau das ist der Punkt, den viele unterschätzen. Nach der Löschung ist Deine SCHUFA nicht negativ, sondern leer. Ein Score entsteht aus Daten — und wenn jahrelang kein Konto mit regelmäßigen Umsätzen, kein Vertrag und keine bediente Rate dabei waren, ist wenig da, woraus sich einer bilden ließe. Der Wiederaufbau dauert deshalb noch einmal einige Monate über die Löschfrist hinaus.

Was in die Auskunft einzahlt

  • Ein Girokonto, das über Monate im Plus geführt wird. Der Anspruch auf ein Basiskonto besteht unabhängig von der Auskunft
  • Laufende Verträge, die pünktlich bedient werden — Mobilfunk, Strom, Versicherung. Sie sind keine Kredite, erzeugen aber Zahlungshistorie
  • Ein festes Arbeitsverhältnis. Es taucht nicht in der SCHUFA auf, ist für die Bank aber die wichtigste Einzelangabe
  • Eine kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO, mit der sich prüfen lässt, ob nach der Frist wirklich alles gelöscht wurde

Zum letzten Punkt gehört eine Einschränkung: Der Bundesgerichtshof hat Ende 2025 klargestellt, dass eine sofortige Löschung nach dem Ausgleich einer Forderung nicht in jedem Fall verlangt werden kann — es kommt auf die Abwägung im Einzelfall an. Für die Restschuldbefreiung selbst gilt die Sechsmonatsfrist; für einzelne Altforderungen daneben kann die Antwort anders ausfallen.

Welche Bank gibt einen Kredit nach der Privatinsolvenz?

Die Frage wird oft nach einem bestimmten Namen gestellt, und so lässt sie sich nicht beantworten — weil nicht die Bank entscheidet, sondern der Zeitpunkt. Ist Dein Eintrag gelöscht und hast Du ein regelmäßiges Einkommen, unterscheidet sich Deine Lage nicht grundsätzlich von der anderer Antragsteller mit dünner Auskunft. Ist der Eintrag noch da, lehnt praktisch jeder regulierte Anbieter ab, unabhängig vom Namen.

Woran es sich stattdessen festmachen lässt:

LageAussichtWas in dieser Phase üblich ist
Verfahren läuft nochBei regulierten Anbietern keineKostenlose Schuldnerberatung und Ratenvereinbarungen mit Gläubigern treten an die Stelle eines Kredits
Restschuldbefreiung erteilt, Eintrag noch sichtbarSehr geringDie Löschfrist läuft noch; danach sieht die Auskunft anders aus
Eintrag gelöscht, Einkommen unregelmäßigGering bis mittelBewilligt werden hier eher kleine Beträge, oder es steht ein zweiter Kreditnehmer mit im Vertrag
Eintrag gelöscht, festes EinkommenRealistischÜbliche Einstiege sind kleine Beträge über kurze Laufzeiten

Ein zweiter Kreditnehmer mit eigenem Einkommen verändert die Rechnung deutlich, weil die Bank dann zwei Einkommen und zwei Auskünfte bewertet. Was dabei oft untergeht: Er steht nicht als Bürge daneben, sondern haftet gleichrangig für die gesamte Summe.

Der erste Kredit danach: klein anfangen

Nach der Löschung ist Deine Auskunft leer, nicht gut. Ein kleiner Betrag über eine kurze Laufzeit hat deshalb die besseren Aussichten als ein großer — und er erzeugt genau die Zahlungshistorie, die Dir später fehlt. Fragst Du 20.000 Euro an und wirst abgelehnt, stehen danach nicht mehr Daten in Deiner Auskunft als vorher.

Passende Einstiege nach Betrag: 1.500 Euro Kredit, 2.000 Euro Kredit oder ein Kurzzeitkredit mit kurzer Laufzeit. Wenn die Auskunft noch Spuren trägt, führt der Weg über Kredit ohne SCHUFA oder Geld von privat, wo Privatanleger mitentscheiden statt einer Bank allein.

Die Anfrage über GIROMATCH ist kostenlos und läuft als Konditionsanfrage, die den Score nicht senkt. GIROMATCH ist Kreditvermittler nach § 34c GewO und vergibt selbst keine Kredite — über eine Anfrage entscheidet die Bank, nicht wir. Vorkosten verlangt kein seriöser Anbieter; wer vorab Geld sehen will, gehört zu der Sorte, die auf der Kredithai-Seite beschrieben ist.

Was sich nach der Restschuldbefreiung sonst ändert

Der Kredit ist nur eine von mehreren Stellen, an denen die Auskunft im Weg steht. Diese vier kommen im Alltag am häufigsten vor.

Girokonto

Auf ein Basiskonto besteht ein gesetzlicher Anspruch, und zwar unabhängig von der Auskunft — jede Bank, die Konten für Verbraucher führt, muss eines anbieten. Es ist ein Guthabenkonto ohne Dispo, deckt aber Gehaltseingang, Lastschrift und Karte ab. Nach der Löschung des Eintrags öffnet sich der Weg zu einem gewöhnlichen Girokonto wieder; ein Dispo wird in der Regel erst später eingeräumt, weil er selbst ein Kredit ist.

Mietwohnung

Bei der Wohnungssuche ist die SCHUFA-Auskunft für Vermieter oft das erste Papier. Während des Verfahrens und in den sechs Monaten danach steht dort Dein Eintrag. Nach der Löschung nicht mehr — und was in einer sauberen Auskunft nicht steht, musst Du auch nicht ungefragt erzählen.

Handy, Strom, Ratenkauf

Laufzeitverträge mit Gerät und Ratenkäufe sind verdeckte Kredite und werden wie solche geprüft. Prepaid und die Grundversorgung bleiben dagegen in aller Regel offen — auch dort kann ein Versorger bei Zweifeln an der Zahlung eine Vorauszahlung verlangen. Nach der Löschung kommen die Verträge schrittweise zurück — und sie sind, weil sie Zahlungshistorie erzeugen, ein Teil des Wiederaufbaus.

Selbstständigkeit

Ein Gewerbe anzumelden ist auch nach einer Insolvenz möglich, und zwar für Dich wie für jeden anderen. Einzelne Tätigkeiten mit besonderer Erlaubnispflicht — darunter die Kreditvermittlung nach § 34c GewO — setzen allerdings geordnete Vermögensverhältnisse voraus, und dafür wird unter anderem ins Schuldnerverzeichnis gesehen.

Wenn es noch einmal eng wird

Ein zweites Insolvenzverfahren ist möglich, dauert aber länger als das erste und setzt eine Sperrfrist voraus. Bevor es so weit kommt, liegen andere Wege dazwischen: eine Umschuldung, wenn mehrere Raten parallel laufen, oder eine Ratenvereinbarung mit dem Gläubiger. Und wenn bereits gepfändet wird, gilt, was auf der Seite Kredit trotz Pfändung steht.

Häufige Fragen zum Kredit nach der Privatinsolvenz

Der Eintrag zur Restschuldbefreiung wird sechs Monate nach ihrer Erteilung gelöscht. Das gilt seit einer Änderung von Ende März 2023; davor waren es drei Jahre. Die Verkürzung geht auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zurück, der die lange Speicherung als nicht vereinbar mit der Datenschutz-Grundverordnung ansah. Parallel wird die Restschuldbefreiung sechs Monate auf insolvenzbekanntmachungen.de veröffentlicht und danach taggenau gelöscht.

Nein, sie läuft automatisch. Die SCHUFA hat die Umstellung am 28. März 2023 sogar rückwirkend vollzogen und alle Einträge zur Restschuldbefreiung gelöscht, die zu diesem Zeitpunkt länger als sechs Monate gespeichert waren, samt der zugehörigen Forderungen. Ob tatsächlich gelöscht wurde, kannst Du mit der kostenlosen Datenkopie nach Art. 15 DSGVO prüfen.

Bei einem regulierten Anbieter praktisch nicht. Zum einen steht das laufende Verfahren in der Auskunft, zum anderen geht der pfändbare Teil des Einkommens an den Treuhänder und steht für eine Rate gar nicht zur Verfügung. Dazu kommt: Neue Schulden, die Du nicht bedienen kannst, gefährden die Restschuldbefreiung selbst. Wer in dieser Lage trotzdem Geld braucht, ist bei einer anerkannten Schuldnerberatung besser aufgehoben — sie kostet nichts.

Frühestens sechs Monate nach der Restschuldbefreiung, wenn der Eintrag gelöscht ist. Danach ist die Auskunft allerdings nicht gut, sondern leer: Ein Score entsteht aus Daten, und die fehlen nach mehreren Jahren ohne Vertrag und ohne bediente Rate. Ein Girokonto im Plus, pünktlich bezahlte Verträge und ein festes Arbeitsverhältnis füllen diese Lücke über einige weitere Monate.

Die Frage lässt sich nicht mit einem Namen beantworten, weil nicht die Bank entscheidet, sondern der Zeitpunkt. Ist der Eintrag gelöscht und liegt ein regelmäßiges Einkommen vor, unterscheidet sich die Lage nicht grundsätzlich von der anderer Antragsteller mit dünner Auskunft. Ist der Eintrag noch sichtbar, lehnt praktisch jeder regulierte Anbieter ab — unabhängig vom Namen.

Bei einem Antrag ab dem 1. Oktober 2020 drei Jahre bis zur Restschuldbefreiung. Das Gericht erteilt sie nach Ablauf, wenn kein Gläubiger einen Versagungsantrag stellt und kein Versagungsgrund vorliegt. Für ältere Verfahren galten andere Übergangsregeln. Ein zweites Verfahren ist möglich, dauert aber länger und setzt eine Sperrfrist voraus.

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