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Total Expense Ratio

Die Gebühren eines ETFs einfach erklärt
Presse und Auszeichnungen
Lesezeit: 10 Min.

Total Expense Ratio: Was bedeutet die TER bei einem ETF?

Die Kennzahl TER oder Total Expense Ratio, auf Deutsch Gesamtkostenquote, zeigt dem Anleger die jährlich anfallenden Kosten eines Investmentfonds oder ETF-Sparplans. Sie soll Gebühren und Preise transparent machen und es so erleichtern, verschiedene Fonds miteinander zu vergleichen. Die TER wird häufig kritisiert, da sie nicht alle anfallenden ETF-Kosten beinhaltet.

Als Anleger sollte man die TER dennoch berücksichtigen, da die anfallenden Kosten bei auch die Rendite eines Investments schmälern.

Die Total Expense Ratio finden Sie in ETFs im Factsheet oder Key Investor Document (KID), sowie in den wesentlichen Anlegerinformationen und im Jahresbericht bei Investmentfonds. Hierzu sind alle in Deutschland zugelassenen Investmentfonds seit 2004 verpflichtet.


Total Expense Ratio: Definition

  • Die Kennzahl TER oder Gesamtkostenquote beschreibt die laufenden Kosten, die täglich vom Fondsvermögen im ETF abgezogen werden. Sie wird als Prozentsatz der jährlichen, laufenden Kosten angegeben. 
  • Sie beinhaltet Kosten für das Management und die Verwaltung des ETF-Anbieters, als auch Lizenz- oder Vertriebsgebühren. Sie beinhaltet jedoch nicht alle anfallenden Kosten eines ETFs. 

Wie berechnet man die Total Expense Ratio?

Die Total Expense Ratio setzt sich aus dem Verhältnis der laufenden Kosten und dem Fondsvolumen im ETF zusammen. Für die Berechnung der ETF-Kosten werden die Zahlen des vorangegangen Geschäftsjahres herangezogen.

Um die TER zu berechnen, werden die Kosten einbezogen, die innerhalb eines Jahres vom Sondervermögen, also dem durch die Investmentgesellschaft verwalteten Kapital, beglichen wurden. Diese Kosten werden mit dem Fondsvolumen ins Verhältnis gesetzt, dem durchschnittlichen Gesamtwert des Sondervermögens. 

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Beispielrechnung:

Ist das ETF-Volumen zum Beispiel eine Million Euro und im vergangenen Jahr betrugen die Kosten für Verwaltung und Betrieb des ETFs 30.000 €, liegt die Total Expense Ratio bei 3 %. 

So berechnen Sie die TER eines ETFs:

Kosten / Fondsvolumen = TER

Beispiel: 30.000 € / 1.000.000 = 0,03 = 3%

Wo finde ich die TER? Ein Beispiel anhand eines Blackrock ETFs:

Gesamtkostenquote Blackrock iShares Core MSCI World UCITS ETF
Die Gesamtkostenquote anhand des Blackrock iShares Core MSCI World UCITS ETF: Hier beträgt sie 0,20%

Welche Kosten sind in der Gesamtkostenquote (TER) enthalten?

1. Verwaltungs- und Managementgebühr für die Indexnachbildung

In der Verwaltungs- und Managementgebühr ist die Vergütung für die Verwaltung und das Portfoliomanagement im Rahmen der Indexnachbildung enthalten. Diese beinhaltet auch allgemeine Kosten des ETF-Anbieters wie regulatorische Kosten oder Kosten der Wirtschaftsprüfung.

2. Depotbankgebühr auf Ebene des ETFs (nicht des Anlegers)

Die Depotbankgebühr beinhaltet die Kosten für die Verwahrung der Wertpapiere auf Ebene des ETF-Anbieters. Diese Kosten fallen an, da ETF-Anbieter die Indexfonds nicht selbst verwahren dürfen, sondern diese als Sondervermögen in einem gesonderten Depot, in der Regel bei einer Depotbank, aufbewahren. 

3. Vertriebs- und Vermarktungsgebühr

Zu den Vertriebsgebühren zählen die Kosten, die für den Vertrieb und die Vermarktung des Produkts oder ETFs anfallen. Dazu gehören zum Beispiel die Erstellung und Aufbereitung von Fondsdokumenten oder Informationsblättern.

4. Lizenzgebühr für Erstellung eines Indexfonds

Die Lizenzgebühr setzt sich aus den Kosten zusammen, die ein ETF-Anbieter für den nachgebildeten Börsenindex, wie zum Beispiel dem DAX oder dem MSCI World, bezahlt. Die Kosten für die Lizenzgebühr hängen unter anderem vom Marktsegment und der Anzahl der Lizenznehmer ab.

Welche Kosten sind nicht in der Total Expense Ratio enthalten?

1. Transaktionskosten auf Ebene des ETF

Einer der Kostenfaktoren bei einem ETF sind die Transaktionskosten, die nicht in der TER enthalten sind. Sie entstehen beim Kauf und Verkauf einzelner Bestandteile des Fonds und sind insbesondere bei Indizes mit vielen Titeln und einem hohen Handelsvolumen zu berücksichtigen. In diesen Gebühren sind auch Spreads, also die Geld-Brief-Spanne, enthalten, die beim ETF-Anbieter anfallen. 

2. Ordergebühren für den Kauf und Verkauf des ETFs

Wenn Anleger einen ETF kaufen oder verkaufen, können Ordergebühren und Order-Provisionen anfallen. Diese werden von der Bank oder dem Broker, bei dem der Anleger sein Depot hat, in Rechnung gestellt. Die Höhe dieser Kosten ist vom Preismodell des Brokers abhängig und kann mitunter sehr unterschiedlich ausfallen. in der Regelbeträgt die Standardgebühr für den Kauf zwischen 5 bis 25Euro. 

3. Spread (Geld-Brief-Spanne) beim Kauf und Verkauf

Der Kaufpreis eines ETFs unterscheidet sich zum Verkaufspreis. Die Differenz zwischen dem Ankaufskurs (Briefkurs) und dem Verkaufskurs (Geldkurs) wird als Geld-/Brief-Spanne (Spread) bezeichnet. 

Dabei liegt der Geldkurs in der Regel immer unter dem Briefkurs. Anleger, die beim ETF-Handel kosten sparen wollen, sollten auf einen möglichst niedrigen Spread achten, um eine höhere Rendite zu erhalten. Dies ist der Fall, wenn das Handelsvolumen hoch ist, also beispielsweise werktags.

4. Steuern: Abgeltungssteuer auf Erträge 

Zusätzlich zu Gebühren wie den TER müssen Sie unter Umständen auch steuerlichen Verpflichtungen nachkommen. Allerdings nur dann, wenn ihre Kursgewinne und Erträge über dem Jahresfreibetrag, dem sogenannten Sparerpauschbetrag, von 801 Euro (beziehungsweise bei Ehepartnern 1.602 Euro) liegen. 

Dann müssen Sie auf ihre Erträge die Abgeltungssteuer bezahlen, die gerade 25 Prozent beträgt. Zu der Abgeltungssteuer kommt der Solidaritätszuschlag in Höhe von etwa 5,5 Prozent und eventuell die Kirchensteuer, die aktuell 8 bis 9 Prozent beträgt, hinzu. Wichtig zu verstehen ist, dass Sie nicht erst Steuern bezahlen, wenn Sie ihre Anteile veräußern. 


Kennziffer zum Gebührenabgleich: Die Tracking-Differenz

  • Die Tracking-Differenz ist eine gute Kennziffer, um die eigentlichen Gebühren des ETFs zu erkennen.
  • Sie stellt den Unterschied zwischen der Rendite eines Fonds und der Rendite eines Index dar.
  • Dieser Unterschied kommt beispielsweise zustande, wenn zu hohe Transaktionskosten auf Seiten des ETFs verursacht wurden.

5 Tipps, um die ETF-Gebühren so gering wie möglich zu halten

Berücksichtigen Sie neben der TER auch weitere Gebühren

1. Berücksichtigen Sie neben der TER auch weitere Gebühren

Viele Anbieter werben damit, sehr günstige oder auch gar keine Gebühren auf ETFs zu erheben. Informieren Sie sich trotzdem unbedingt über alle infrage kommenden Gebühren, also auch solche, die nicht in der TER enthalten sind. Wichtig sind unter anderem die oft monatlich anfallenden Depotgebühren ihrer Bank oder ihres Brokers, die Ordergebühren die beim Kauf oder Verkauf entstehen können und die Höhe der Provision des Brokers. Da Gebühren und Kosten immer auch die Rendite und die Wertentwicklung des ETfs schmälern, sollten Sie diese Kosten immer im Blick haben.

Vergleichen Sie verschiedene Anlageklassen

2. Vergleichen Sie verschiedene Anlageklassen

ETFs ermöglichen dem Anleger den Aufbau eines breit gestreuten Portfolios aus verschiedenen Vermögenswerten. Sie haben beim Kauf eines ETFs die Auswahl zwischen Hauptanlageklassen, unter anderem Aktien, Immobilien und Rohstoffe (“ETC”, Exchange Traded Commodities). Diese verschiedenen Anlageklassen unterscheiden sich mitunter sehr, auch durch ihre Kosten. Während Geldmarkt- und Anleihen-ETFs zwischen 0,18% bis 0,22% pro Jahr kosten und oft auch die niedrigste TER haben, liegen die Kosten eines Aktien-ETFs bei ungefähr 0,38% und die teureren Immobilien-ETFs bei etwa 0,42%.

Überlegen Sie sich eine Investment Strategie

3. Überlegen Sie sich eine Strategie

Bevor Sie eine Investition beginnen, sollten Sie sich einige Gedanken zu ihrer Strategie machen. Es müssen wichtige Punkte, wie zum Beispiel der Zeitraum und die Dauer der Geldanlage, geklärt sein. Wenn man plant, langfristig und nachhaltig zu investieren und vielleicht einen monatlichen ETF-Sparplan bevorzugt, sollte man einen ETF mit niedrigen Ordergebühren nehmen. Möchte man dagegen vereinzelt größere Summen investieren, bietet es sich an, einen ETF mit niedrigeren Depotkosten zu wählen.

Kaufen Sie ihre ETFs zum richtigen Zeitpunkt

4. Kaufen Sie ihre ETFs zum richtigen Zeitpunkt

Wenn Sie sich entscheiden, eine größere Summe auf einmal in einen ETF zu investieren, sollten Sie unbedingt den Zeitpunkt für ihre Investition berücksichtigen. Kaufen Sie einen ETF am Wochenende, während die Börsen geschlossen sind, müssen Sie mit einem höheren Preis rechnen, als wenn Sie den gleichen ETF unter der Woche zu normalen Geschäftszeiten kaufen. Außerdem können Sie bei ihrer Recherche die unterschiedlichen Angebote für Neukunden berücksichtigen und so zum Beispiel mit etwas Glück durch ein Sonderangebot die Order- oder Depotgebühren sparen.

Beim ETF auf Liquidität achten

5. Achten Sie auf eine hohe Liquidität beim Kauf ihres ETFs

Bei der Entscheidung einen ETF zu kaufen, sollten Sie ebenfalls die Liquidität und das Fondsvolumen berücksichtigen. Die Liquidität gibt an, wie leicht sich ein ETF kaufen und verkaufen lässt und wird mit dem sogenannten Spread gemessen.

Der Spread eines ETFs stellt den Unterschied zwischen dem Ankaufs- und Verkaufspreis dar. Je höher dieser Unterschied ist, desto geringer fällt die Rendite des ETFs aus. Achten Sie deshalb auf einen niedrigen Spread beim Kauf und Verkauf ihres ETFs.

Häufige Fragen zur Total Expense Ratio (TER)

Wie hoch ist die TER bei ETFs?

Für Anleger sind ETFs oft eine eher günstigere Alternative zu aktiv gemanagten Fonds, da die Gebühren geringer ausfallen. Bei ETFs fällt darüber hinaus auch keine oder ein geringerer Ausgabeaufschlag an, als bei einem Investmentfonds. . Das liegt vor allem daran, dass ETFs passiv gemanagt werden und meist ein Algorithmus einen Index, beispielsweise den deutschen DAX, nachbildet. Die TER liegt bei ETFs meist zwischen 0,2 bis 0,5 Prozent. Im Vergleich dazu haben klassische Aktienfonds durchschnittlich eine TER von ungefähr 1,3 bis 1,8 Prozent.

Sind Abgeltungssteuern in TER enthalten?

Die Abgeltungssteuer ist nicht in der TER enthalten, da sie auf Ebene des Anlegers individuell anfallen. Allerdings zahlen Sie Abgeltungssteuer oder den Solidaritätszuschlag erst, wenn Ihre Erträge einen jährlichen Freibetrag von 801 Euro übertreffen (Stand: 2021). Die Höhe der Abgeltungssteuer ist aktuell 25 Prozent gemessen auf die Kapitalerträge.

Ist das Agio in der TER enthalten?

Nein, das Agio und auch das Disagio sind nicht in der Total Expense Ratio (TER) enthalten. Bei einem Investment in einen ETF gibt es hingegen nur in sehr seltenen Fällen eine Gebühr wie den Ausgabeaufschlag.

Wo finde ich die TER?

Bei einem Exchange Traded Fund finden Sie Total Expense Ratio im Fact Sheet oder im Key Investor Document (KID), auf Deutsch auch “Wesentliche Anlegerinformationen”. Sie wird als Prozentzahl angegeben und liegt meist zwischen 0 und 1 bei einem ETF.

Bei einem Investmentfonds finden Sie die TER in den “wesentlichen Anlegerinformationen” unter den laufenden Kosten und im Jahresbericht des Fonds.

Wie finde ich ETFs mit niedrigen Gebühren?

Achten Sie beim Kauf eines ETFs auf die Kennzahl TER und auf weitere Gebühren, wie den Transaktions- und Orderkosten und die Höhe der eventuellen Provisionen und der Depotgebühren für den Broker. Bei Ihrer Recherche können Sie verschiedene ETFs mit unterschiedlichen Gebühren vergleichen. 

Vergessen Sie beim Vergleich der Gebühren nicht ihr Anlageziel und ihre Strategie. Die günstigsten ETFs haben eine TER von unter 0,1 Prozent. Niedrige Gebühren bei Exchange Traded Funds bedeuten übrigens nicht automatisch eine niedrigere Rendite des ETFs.

Wie und wann wird die TER abgezogen?

Die TER wird vom Fondsvermögen automatisch und meistens jährlich abgezogen. Die Gebühren werden nicht vom Konto des Anlegers entnommen und es entstehen keine zusätzlichen Kosten, die direkt das eigene Konto belasten. 

Wie wird die TER berechnet?

Um die TER eines ETFs als prozentualen Wert zu errechnen, muss man einfach nur zwei Werte ins Verhältnis setzen, nämlich die entstehenden Fondskosten innerhalb eines Jahres und das durchschnittliche Fondsvolumen. Teilt man die Fondskosten durch das Fondsvolumen, erhält man als Ergebnis die Total Expense Ratio.

Hat ein Fonds zum Beispiel Kosten in Höhe von 50.000 Euro im Jahr und ein Fondsvolumen von 2.500.000 Euro, dann wäre die entsprechende TER 2%. 

Was ist eine gute TER bei einem ETF?

Eine gute TER liegt bei einem ETF in der Regel zwischen 0,05% und 0,30%. Wir haben die Gesamtkostenquote für die 5 größten ETFs für Sie herausgesucht:

 

Name des ETF oder ETC Gesamtkostenquote (TER)
iShares Core S&P 500 UCITS ETF USD 0,07%
iShares Core MSCI World UCITS ETF 0,20%
Vanguard S&P 500 UCITS ETF 0,07%
iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF USD 0,18%
iShares Physical Gold ETC 0,15%

Wo finde ich die Gesamtkostenquote bei einem ETF?

Wir haben zwei Fact Sheets der größten ETF-ANbieter Blackrock und Vanguard herausgesucht. Die Total Expense Ratio wird manchmal als Gesamtkostenquote oder “Ausgewiesene Gesamtkostenquote” bezeichnet.

Ein Beispiel für den Blackrock iShares Core MSCI World UCITS ETF:

Ausgewiesene Gesamtkostenquote im Fact Sheet von Vanguard S&P 500 UCITS ETF:

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