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ETF: Exchange Traded Funds

Mit einem guten ETF nachhaltiges Vermögen aufbauen
Aktualisiert: 19.05.2021
Lesezeit: 10 Min.
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Exchange Traded Funds: Was ist ein ETF?

Ein ETF, oder Exchange Traded Funds, ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index, wie den deutschen DAX, nachbildet. ETFs ermöglichen eine kostengünstige und einfache Investition in Märkte, Aktien, Rohstoffe oder ganze Länder und sind deswegen vor allem auch bei privaten Anlegern sehr beliebt.

Aufgrund des aktuellen Niedrigzins und der weltweiten, unsicheren Wirtschaftslage ist die Nachfrage nach neuen, renditestarken Investments in der letzten Zeit stark gestiegen. Exchange Traded Funds sind aufgrund ihrer hohen Diversifikation, der Liquidität und der geringen Gebühren eine gute Alternative oder Ergänzung zu Aktien und klassischen Fonds. 

Wir zeigen Ihnen heute, was genau ein ETF ist, warum Anleger in börsengehandelte Indexfonds investieren und welche Vor- und Nachteile ein solches Investment mit sich bringt.

GIROMATCH Vorteile und Tipps

Börsengehandelter Indexfonds - was bedeutet das? In 3 Schritten erklärt

Am einfachsten lassen sich die Vorteile und die Funktion eines börsengehandelten Indexfonds verstehen, wenn man die drei Bestandteile, also "börsengehandelt", "Index" und "Fonds", getrennt voneinander betrachtet. 

1. Was ist ein Fonds?

Ein Investmentfonds sammelt das Geld von verschiedenen Anlegern. Die Manager des Fonds investieren dann das gesammelte Kapital für die Anleger an den Finanzmärkten und folgen meist einer bestimmten, vorher festgelegten Anlagestrategie. So legt die Strategie zum Beispiel fest, ob und in welche Aktien oder Rohstoffe investiert wird. 

Ein Vorteil solcher Fonds ist, dass diese meist von erfahrenen Investoren aufgestellt werden und die Fondsmanager in der Regel versuchen, ein diversifiziertes Portfolio mit einer breiten Risikostreuung zu erstellen. Eine weitere Besonderheit ist, dass es sich bei den Anlegergeldern um ein Sondervermögen handelt, welches treuhänderisch von einer Depotbank verwahrt wird. Sollte die Fondsgesellschaft insolvent gehen, sind die Anlegergelder geschützt.

2. Was ist ein Indexfonds?

Das Ziel eines Indexfonds ist es, die Entwicklung eines Index so genau wie möglich abzubilden. Die Investments, die ein Indexfonds durchführt, werden vom zugrundeliegenden Index vorgegeben. Das hat den Vorteil, dass Sie jederzeit wissen, in was genau Ihr Fonds investiert, da die Zusammensetzung eines Index, wie dem DAX, stets bekannt ist. 

Außerdem haben Indexfonds im Vergleich zu aktiv gemanagten Investmentfonds meist deutlich geringere Gebühren, da keine aufwändigen Analysen zur Titelauswahl nötig sind. 

3. Was sind dann börsengehandelte Indexfonds?

Nicht nur Aktien werden an den Börsen gehandelt, sondern auch ETFs. Sie können meistens, ebenso wie Aktien oder bestimmte Fonds, an den Börsen gekauft und verkauft werden. Ein Vorteil von dem Kauf an der Börse ist, dass der Ausgabeaufschlag, auch Agio genannt, entfällt. 

Bei ETFs entstehen beim Börsenhandel zwar kein Ausgabeaufschlag, aber unter anderem Ordergebühren und der sogenannte Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis. Diese Kosten sind allerdings, im Vergleich zu Aktien oder anderen Wertanlagen, meist sehr gering.

Außerdem darf der Preis eines ETFs bei einem Direkthändler, zumindest so lange die Börsen geöffnet sind, nicht schlechter als der aktuelle Börsenpreis sein. Deshalb sollten Sie ETFs immer unter der Woche, wenn die Börsen geöffnet sind, kaufen oder verkaufen.

Definition: Exchange Traded Funds (ETF)

  • Exchange Traded Funds sind passiv gemanagte und an der Börse gehandelte Indexfonds, die das Ziel haben, einen zugrundeliegenden Index, wie den S&P 500 oder den DAX, möglichst genau nachzubilden.
  • Die Zusammensetzung, der in einem Index enthaltenen Wertpapiere, wird dann von einem ETF abgebildet und ermöglicht dem Anleger, an der Entwicklung eines Index teilzuhaben. 

Warum investieren Anleger in börsengehandelte Indexfonds?

ETFs sind in den letzten Jahren, bei privaten sowie institutionellen Anlegern, immer beliebter geworden. Während im Jahr 2005 das weltweite ETF-Volumen noch etwa 417 Milliarden US-Dollar betrug, stieg das Volumen jährlich und bis zum Jahr 2020 auf über 7.000 Milliarden US-Dollar.

Weltweites ETF-Volumen in Mrd. US-Dollar 2020
Weltweites ETF-Volumen in Mrd. US-Dollar 2020 (Quelle: Statista)

Das liegt vor allem daran, dass ETFs sich als gute und renditestarke Alternative zu Tagesgeld und Festgeld erwiesen haben. Exchange Traded Funds bringen außerdem wichtige Vorteile gegenüber anderen Wertanlagen mit, zum Beispiel die niedrigen Gebühren oder die breite Diversifikation. 

Vor allem für Anleger, die sich nicht wirklich mit Aktien auseinandergesetzt haben, aber dennoch an der Wertentwicklung von Unternehmen partizipieren wollen, bietet sich ein Investment in einen ETF an. Das gilt besonders für solche Anleger, die eine langfristige, unkomplizierte und automatisierte Investitionsmöglichkeit suchen.

5 Gründe, warum man in einen ETF investieren sollte

ETF Kosten und Gebühren

1. ETFs haben geringe Kosten und Gebühren

Zu den wichtigsten Vorteilen eines ETFs zählen die geringen Kosten und Gebühren gegenüber aktiv gemanagten Investmentfonds. Die Verwaltungsgebühren eines teureren, aktiv gemanagten Fonds betragen normalerweise zwischen 1 und 2 Prozent. ETFs haben dagegen meistens Gebühren, die entweder komplett wegfallen oder deutlich unter einem Prozent liegen.

Außerdem entfällt der Ausgabeaufschlag, das Agio. Bei klassischen Fonds wird der Ausgabeaufschlag beim Kauf abgezogen und beträgt zwischen eins bis zu fünf Prozent der Investitionssumme. Beim Verkauf eines ETFs fällt zusätzlich auch keine Rücknahmegebühr an.

Diversifikation

2. ETFs ermöglichen eine breite Risikostreuung (“Diversifikation”)

Anleger, die in einen ETF investieren, haben im Vergleich zum Kauf einer einzelnen Aktie eine deutlich verbesserte Risikostreuung. Während bei der Investition in eine Aktie der Erfolg des Investments von einem Unternehmen abhängig ist, investiert ein einziger ETF in eine Vielzahl von Unternehmen. Ein MSCI World ETF beispielsweise, profitiert von der Wertentwicklung von etwa 1500 Aktien aus der ganzen Welt. 

Je mehr Titel ein ETF beinhaltet, umso besser verteilt sich das Risiko für den Anleger. Der Vorteil bei Exchange Traded Funds ist, dass der Anleger diese Diversifikation nicht selbst vornehmen und alle Wertpapiere einzeln kaufen muss. 

budget

3. ETFs sind Sparplanfähig

Um sich mit einem geringen Startkapital ein langfristiges Vermögen aufzubauen, eignen sich ETF-Sparpläne. Sie vereinen die Vorteile eines ETFs, also zum Beispiel die geringen Gebühren und die Diversifikation, mit den Vorteilen eines Sparplans. 

Zu den Vorteilen eines Sparplans gehören die gute Planbarkeit der Investitionen, das relativ geringe Kapital was benötigt wird und die Möglichkeit, sich nachhaltig ein Vermögen aufzubauen. So können auch kleine, monatliche Beiträge ausreichen, um nachhaltig an der Wertentwicklung von ETFs zu profitieren..

Außerdem hat ein Sparplan den Vorteil, dass durch die regelmäßige Einzahlung eventuelle Marktschwankungen ausgeglichen werden können. Der Durchschnittskosteneffekt, auch Cost Average Effekt genannt, sorgt dafür, dass man über einen längeren Zeitraum bei regelmäßigen Einzahlungen einen günstigen Durchschnittskurs erreicht.

ETF, automatisiert, transparent

4. ETFs sind transparent und automatisiert

Während bei einem aktiv gemanagten Fonds öfter Umschichtungen und Strategiewechsel vorgenommen werden, folgen ETFs klaren Regeln und bilden einen Index nach. Meistens ist für die Nachbildung eines Wertpapierindex ein Algorithmus und keine Fondsmanager verantwortlich. Deshalb ist für jeden Anleger zu jedem Zeitpunkt transparent, in welche Unternehmen und Aktien ein ETF investiert. 

In der Regel ist das wichtigste Auswahlkriterium für die Titel eines ETFs die Marktkapitalisierung eines Unternehmens. Der deutsche Index DAX zum Beispiel beinhaltet die 30 deutschen Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung.

Sparbuch Zinsen Historisch

5. Große Auswahl und gute Liquidität

In den letzten Jahren sind ETFs nicht nur beliebter geworden, die Anzahl der verfügbaren ETFs und der Anlageklassen in die man investieren kann, hat sich auch sehr vergrößert. Als Anleger hat man die Auswahl, ob man in eine Vielzahl von Aktien-ETFs, Immobilien-ETFs oder sogar Bitcoin-ETFs investieren will.

Das Marktwachstum, die Möglichkeit an der Börse zu handeln und die gestiegene Nachfrage haben außerdem dazu geführt, dass ETFs sehr liquide sind, also leicht zu kaufen und zu verkaufen sind. Durch die hohe Liquidität haben ETFs meist eine niedrigere Differenz zwischen Verkaufspreis (“Briefkurs”) und Ankaufspreis (“Geldkurs”). Je größer diese Spanne, der sogenannte Spread ist, desto eher muss diese Differenz dann später durch die Rendite zurück verdient werden.

Was sind die besten ETFs?

In jüngster Vergangenheit haben solche ETFs an großer beliebtheit gewonnen, die neben einer Rendite auch ethische und ökologische Ziele verfolgen. Verschiedene Branchen, wie zum Beispiel die Wasserstofftechnologie-Branche, haben einen großen Nachfrageanstieg erlebt.

Eine große Nachfrage haben auch klassische Sparpläne, die beispielsweise den MSCI World Index abbilden. Unter den 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern die im Index vertreten sind, befinden sich Unternehmen wie Apple, Amazon oder Tesla. Bevor man sich für ein Investment in einen ETF entscheidet, sollte man sich über die vielen Unterschiede zwischen einzelnen ETFs informieren. 

Um das Risiko zu minimieren, dass ein ETF aus Kostengründen geschlossen wird, sollte ein ETF ein möglichst hohes Fondsvolumen haben. Außerdem können Sie überlegen, welche Branche, welches Land oder welcher Rohstoff in Zukunft wertvoll werden könnte und einen ETF kaufen, der diesen Bereich abdeckt. Zusätzlich zu diesen Überlegungen, müssen Sie noch entscheiden, ob Sie eher Sicherheits- oder Renditeorientiert investieren wollen.

Die fünf wichtigen ETF-Begriffe die man verstehen sollte

physisch replizerende ETFs
Physische Replikation: 1zu1

1. Was sind physisch replizierende ETFs?

Ein physisch replizierender ETF investiert direkt in die Titel, in die auch der zugrundeliegende Index investiert. Ein ETF, der den deutschen Leitindex DAX nachbildet, investiert also in die 30 Unternehmen des DAX. Die Gewichtung der Wertpapiere des Index werden vom ETF übernommen und kopiert.

Wird ein Index angepasst, muss sich daraufhin auch der physische ETF umstrukturieren. Der DAX beispielsweise wird viermal jährlich überprüft und die Zusammensetzung des Index gegebenenfalls geändert. So wurde im Jahr 2020 der insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard aus dem DAX entfernt und durch das Unternehmen Delivery Hero ersetzt.

Bei sehr breit diversifizierten Indizes, wie dem MSCI World mit über 1600 Titeln, stößt diese Art der Replikation an ihre Grenzen. Oft werden solche Indizes durch das sogenannte Sampling nachgebildet und nur die wichtigsten und liquidesten Titel gekauft. 

Robo Advisor ETF, Swap-basiert
Swap-basierte ETFs sind etwas komplizierter

2. Was sind Swap-basierte ETFs?

Bei einem sogenannten Swap ETF wird ein Tauschvertrag zwischen zwei Parteien abgeschlossen. Dieses Tauschgeschäft wird nicht über die Börse, sondern over the Counter abgeschlossen, also direkt zwischen den beiden Parteien. Die eine Partei ist der ETF-Anbieter, zum Beispiel Xtrackers. Auf der anderen Seite ist der Swap Partner, beispielsweise die Deutsche Bank. 

Der Anbieter, in diesem Beispiel Xtrackers, hält ein sogenanntes Trägerportfolio. In dieses Trägerportfolio werden die eingesammelten Gelder der Anleger investiert. Die andere Partei, die Deutsche Bank, sichert dem Anbieter zu, die Rendite des abzubildenden Index an den Anbieter zu zahlen, angenommen die Rendite des MSCI World Index.

Im Gegenzug dazu, liefert Xtrackers an die Deutsche Bank die Rendite des Trägerportfolios. Zwischen den beiden Parteien ist also ein Tauschgeschäft vereinbart wurden, die Rendite des Trägerportfolios wird mit der Rendite des Index-Portfolios getauscht.

Der wesentliche Vorteil eines Swap-ETFs ist, dass auch sehr illiquide Indizes abgebildet werden können. Sehr spezielle Nischen-Indizes mit einer geringen Liquidität und hoher Volatilität kann ein ETF oft nicht nachbilden, da diese ETFs dann nicht mehr Kosteneffizient wären.

ausschüttender ETF, passives Einkommen
Ausschüttende ETFs: Regelmäßiges Einkommen

3. Was ist ein ausschüttender ETE?

Ein ausschüttender ETF ist vor allem für Anleger interessant, die sich ein passives Einkommen aufbauen wollen. Solche ETFs zahlen, meist einmal jährlich, die Erträge aus Investitionen direkt auf das Verrechnungskonto des Anlegers. Vor allem unter älteren Anlegern ist diese Art der ETFs sehr beliebt, da so nach und nach die Gewinne, die durch die ETFs erwirtschaftet wurden, mitgenommen werden können. 

Die Gewinne können dann entweder reinvestiert werden oder vom Verrechnungskonto abgehoben werden. Bei deutschen Brokern werden diese Erträge automatisch versteuert. Wenn der ETF-Anbieter allerdings im Ausland ansässig ist, müssen die Ausschüttungen in der Steuererklärung angegeben werden.

Das Gegenteil ist der thesaurierende ETF.

Nachhaltig Investieren, Thesaurierende ETFs
Thesaurierend bedeutet hier "Reinvestieren"

4. Was sind thesaurierende ETFs?

Thesaurierende ETFs sind für Anleger interessant, die regelmäßig Geld in einen ETF einzahlen und dieses im ETF investiert lassen möchten. Dies lohnt sich zum Beispiel, wenn man einen größeren Betrag für eine Anschaffung zurücklegen möchte.

Im Gegensatz zu ausschüttenden ETFs werden die Erträge, also zum Beispiel Zinsen oder Dividenden, direkt und automatisch wieder in Wertpapiere reinvestiert. Der Anleger muss sich also nicht um die Wiederanlage kümmern und weitere Brokergebühren für den Neukauf zahlen. 

TER ETF, Total Expense Ratio
Steht in jedem Fact Sheet: Die TER

5. Was ist die Total Expense Ratio bei einem ETF?

Die Total Expense Ratio, auf Deutsch die Gesamtkostenquote, zeigt dem Anleger die jährlich anfallenden Kosten eines Investmentfonds oder ETFs. Diese Kosten werden vom Fondsvermögen abgezogen und als Prozentsatz angegeben.

In der TER sind Kosten wie die Managementgebühr, Depotkosten oder Vertriebsgebühren enthalten. Die Kennzahl wird aber auch häufig kritisiert, da manche Kosten nicht enthalten sind. Neben den Transaktionskosten, also Kosten die beim Verkauf und Kauf einzelner Bestandteile des Fonds entstehen, wird weder der Spread, noch die Ordergebühren in der TER berücksichtigt. 

Die TER liegt bei ETFs zwischen 0,2 bis 0,5 Prozent. Bei klassischen Aktienfonds ist die Total Expense Ratio meist deutlich höher und als Anleger muss man mit 1,3 bis 1,8 Prozent rechnen. 

Welche Kosten fallen bei einem ETF an?

ETFs haben im Vergleich zu anderen Geldanlagen verhältnismäßig niedrige Kosten, die tendenziell niedriger werden, da sich viele Anbieter gegenseitig in ihren Gebühren unterbieten. Die niedrigen Kosten kommen unter anderem dadurch zustande, dass ETFs passiv verwaltet sind und die Managementgebühren dadurch eher niedrig sind. Die gesamten Kosten eines ETFs werden auch Total Cost of Ownership (TCO) genannt.

Die Verwaltungsgebühren

Die durchschnittlichen Verwaltungsgebühren eines ETFs auf dem deutschen Markt betragen etwa 0,1 bis 0,5 Prozent pro Jahr. Diese Gebühren werden automatisch vom Fondsvermögen abgezogen. Die Verwaltungsgebühren werden auch als Total Expense Ratio (TER) oder Gesamtkostenquote bezeichnet.

Die Transaktionskosten

Zusätzlich können Transaktionskosten auf der Ebene des ETFs entstehen. Diese Kosten entstehen dann, wenn einzelne Bestandteile eines Fonds gekauft oder verkauft werden. Vor allem bei Indizes mit vielen Titeln, wie dem iShares Core S&P 500 UCITS ETF, sollte man die Transaktionskosten berücksichtigen. 

Ordergebühren und Provision

Wenn Sie als Anleger einen ETF kaufen oder verkaufen, können außerdem Ordergebühren oder eine Provision für den Broker anfallen. In der Regel beträgt die Standardgebühr für einen Kauf zwischen 1 bis 25 Euro. Je nach Broker sind diese Gebühren unterschiedlich hoch oder entfallen komplett.

Der Spread

Außerdem sollten Anleger auf einen möglichst niedrigen Spread achten. Der Spread, also die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis, kann sich möglicherweise negativ auf die Rendite eines Investments auswirken. Umso höher dieser Spread bei einem ETF ist, desto geringer ist meist auch die Rendite.

Die Steuern

Als letzten Kostenpunkt sollte man die steuerlichen Verpflichtungen beachten. Falls man Kursgewinne über 801 Euro (bei Ehepartnern 1.602 Euro) erwirtschaftet hat, muss man auf diese Erträge eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent (Stand: Mai 2021), den Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent und eventuell die Kirchensteuer bezahlen. 

6 Tipps zum Investieren in einen ETF
6 Tipps, die Sie beim Investieren in einen ETF beachten sollten

Was gibt es für Alternativen zu einem Investment in einen ETF?

Sollten Sie sich gegen das Investment in einen ETF entscheiden, oder zusätzlich nach weiteren Geldanlagen suchen, beispielsweise um Ihr Portfolio weiter zu diversifizieren, gibt es viele interessante Alternativen zu einem ETF. 

Als sehr sichere und langfristige Geldanlage gelten Tagesgeld und Festgeld. Allerdings ist die zu erwartende Rendite durch den aktuellen Niedrigzins sehr gering und das Geld verliert nach und nach durch die Inflation einen Teil der Kaufkraft. 

Eine höhere Rendite ist zum Beispiel durch eine Investition in Kryptowährungen, wie Bitcoin oder Ether, möglich. Allerdings muss man mit einer hohen Volatilität und einem hohen Risiko rechnen. Marktschwankungen von bis zu 25 Prozent sind hier keine Seltenheit und man muss mitunter hohe Gebühren für Transaktionen und den Broker bezahlen.

Ein ebenfalls relativer junger und vielversprechender Markt ist das sogenannte Crowdfunding. Durch diese Form der Finanzierung können Projekte, Produkte oder auch Unternehmen durch eine Vielzahl von Personen finanziert werden. Im Gegenzug erhalten die Investoren dann einen Teil der Gewinne, Rückzahlungen oder andere Vorteile. Allerdings gibt es auch hier das Risiko eines Totalverlustes.

Die wichtigsten Fragen zu ETFs verständlich erklärt

Was ist ein ETF?

Exchange Traded Funds, oder ETFs, sind passiv gemanagte und an der Börse gehandelte Indexfonds, die das Ziel haben, einen zugrundeliegenden Index, wie den S&P 500 oder den DAX, möglichst genau nachzubilden. Die Zusammensetzung, der in einem Index enthaltenen Wertpapiere, wird dann von einem ETF abgebildet und ermöglicht dem Anleger, an der Entwicklung eines Index teilzuhaben.

Wie baut ein ETF einen Index nach?

ETFs bilden einen Index entweder physisch oder synthetisch nach. 

Ein physisch replizierender ETF investiert direkt in die Titel, in die auch der zugrundeliegende Index investiert. Ein ETF, der den deutschen Leitindex DAX nachbildet, investiert also in die 30 Unternehmen des DAX. Die Gewichtung der Wertpapiere des Index werden vom ETF übernommen und kopiert.

Bei einem sogenannten Swap ETF, ein ETF der einen Index synthetisch repliziert, wird ein Tauschvertrag zwischen zwei Parteien abgeschlossen. Dieses Tauschgeschäft wird nicht über die Börse, sondern over the Counter abgeschlossen, also direkt zwischen den beiden Parteien. Die eine Partei ist der ETF-Anbieter, zum Beispiel Xtrackers. Auf der anderen Seite ist der Swap-Partner, beispielsweise die Deutsche Bank. Der Swap-Partner zahlt dem ETF-Anbieter die Indexrendite. Dafür erhält der Swap-Partner die Rendite des Träger-Portfolios.

Was muss ich bei der Auswahl von ETFs beachten?

Es gibt viele Punkte, die es als Anleger bei der Auswahl eines ETFs zu beachten gilt. Als erster Schritt macht es Sinn, sich eine Anlagestrategie und ein Anlageziel zu überlegen. Sie können zum Beispiel einen monatlichen Sparplan wählen, der in nachhaltige Unternehmen investiert, um ein langfristiges Vermögen aufzubauen.

Außerdem sollten Sie auch einige Kennzahlen berücksichtigen. Wichtig ist unter anderem ein hohes Fondsvolumen und eine gute Liquidität. So können Sie das Risiko minimieren, dass ein ETF aus kostengründen geschlossen wird oder beim Verkauf durch einen hohen Spread die Rendite geschmälert wird. 

Berücksichtigen Sie auch unbedingt alle Kosten und Gebühren die anfallen, sowie die Diversifikation des ETFs.

Was bedeutet es, dass ETFs passiv verwaltet sind?

ETFs werden im Gegensatz zu herkömmlichen Fonds passiv verwaltet. Das bedeutet, dass sich die Zusammensetzung des Fonds nur ändert, wenn sich auch der zugrundeliegende Index umstrukturiert. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds versuchen ETFs nicht, den Vergleichsindex zu übertreffen, sondern diesen möglichst genau abzubilden. 

Was ist die Tracking Differenz?

ETFs haben zwar das Ziel, einen Index so genau wie möglich nachzubilden, allerdings gelingt das meist nicht perfekt. Die Tracking Differenz zeigt die Differenz der Wertentwicklung eines ETFs im Vergleich zur Entwicklung des Vergleichsindex zu einem bestimmten Zeitraum an. Sollte ein ETF besser als der Vergleichsindex performen, ist die Tracking Differenz positiv.

Was ist der Tracking Error?

Der Tracking Error, oder auch Abbildungsfehler, ist eine verwandte Kennzahl. Sie zeigt die Abweichung der täglichen Tracking Differenz pro Jahr an. Mathematisch ausgedrückt ist der Tracking Error die Standardabweichung der ETF-Rendite von der Indexrendite.

Was bedeuten die Namen von ETFs?

Der Name eines ETFs liefert wichtige Informationen auf einen Blick. Der Beginn des Namens gibt einen Hinweis darauf, welcher Anbieter den ETF herausgibt. Zu den bekanntesten Anbietern zählen iShares, Lyxor oder Amundi.

Auf den Anbieter folgt der Name des Index, der vom ETF abgebildet wird. Der ComStage STOXX Europe 600 NR UCITS ETF bezieht sich zum Beispiel auf den STOXX Europe 600 Index, der die 600 Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung in Europa abbildet. 

Die Abkürzung “UCITS” (Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities” garantiert die Rechtssicherheit nach die gängigen europäischen Standards und bildet den regulatorischen Rahmen bei ETFs.

Welche Risiken gibt es bei der Investition in einen ETF?

Wie bei allen anderen Geldanlagen ist es auch bei ETFs möglich, das investierte Geld zu verlieren. So hat man ähnlich wie bei Aktien oder klassischen Fonds zum Beispiel das Marktrisiko und das Kursrisiko. Fällt der DAX beispielsweise um 10 Prozent, wird ein ETF der den DAX abbildet, wahrscheinlich auch um diese 10 Prozent fallen. 

Zusätzlich können Risiken wie das Replikationsrisiko und das Liquiditätsrisiko, aber auch menschliche Verhaltensmuster zu Verlusten führen.

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